Paris im Oktober 2015


Wie könnte man seine schwärmerischen Liebe zu Paris eindrucksvoller darstellen, als es Woody Allen in seinem Film „Midnight in Paris" mit Poesie und nostalgischen Bildern gelungen ist?
Die Geschichte beginnt mit einer Bilderflut der schönsten (touristischen) Hotspots der Stadt: Eiffelturm, Champs-Elysées („Die sind wir mehrmals rauf und runter gelaufen!"), den Treppenstufen hinauf zum Place du Tertre („Die haben auch wir erklommen!"), dem Grand Palais („Wie majestätisch!"), der Assemblée Nationale („Das Portal gleicht einem griechischen Tempel!"), begleitet von unserem „Oh!" und „Ah!" als Zeichen des Wiedererkennens der vielen Orte und unterlegt mit einer Musik, die man in seiner klischeebehafteten Fantasie als "typiquement parisienne" bezeichnen könnte.
Und genau darum geht es in dem Film: Paris als magischer Ort, der dich - sofern du dich darauf einlässt - in verschiedene Epochen entführt, die plötzlich ganz nah erscheinen. Mühelos dann, sich vorzustellen, wie es sich einst hier lebte.
Würde man auch heute noch Relikte aus jenen goldenen 1920er Jahren finden, als sich Künstler aus aller Welt im vergleichsweise preiswerten Paris niederließen? Gibt es noch Spuren jener Lebensweise, die romantisch verklärt als „Bohème" oder anspruchsvoller, als „Avantgarde", bezeichnet wird? Oder hat sich das Leben, insbesondere in Montmartre, komplett geändert? Touristisch geprägt soll der Stadtteil heutzutage ja sein.

Nach unserem ersten Besuch der Stadt drei Jahre zuvor haben wir uns mit riesiger Freude auf diesen zweiten Aufenthalt eingestimmt. Bereits im Vorfeld schwärmen wir von der bombastischen Architektur, der verschwenderischen Vielfalt von Figuren und Figürchen an einer Vielzahl der alten Gebäude, von den zahlreichen Kunstsammlungen und den unzähligen Restaurants mit ihren abwechslungsreichen Geschmacksrichtungen, je nach Herkunft der Betreiber - ein Fest für die Sinne.


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