Anfahrt und Bummel
durch die Altstadt

Von Saarbrücken über die Autobahn nur wenig mehr als zwei Autostunden entfernt, verwundert es, dass wir nicht schon eher auf die Idee zu einem Besuch des Elsass gekommen sind. Eine Fahrt in den elsässischen Frühling erschien uns daher sehr willkommen.

Die Region wirbt für sich als Storchenland. Schon lange vor Colmar schreitet dieses Exemplar auf einem Rastplatz einher auf der Suche nach ein paar übriggebliebenen Snacks.


Fünf Tage wollen wir bleiben, uns Stadt und Umgebung anschauen, vor allem etwas Ruhe finden. Dazu haben wir uns in der sich in Bahnhofsnähe befindlichen Rue Castelnau in einer Privatunterkunft einquartiert, einer dreigeschossigen Villa, aus der Zeit der Belle Epoque, die dem damaligen Präsidenten des benachbarten Appellationsgerichtes gehörte.
Sehr individuell eingerichtet und dekoriert wurde unser Zimmer (ebenso wie die gesamte Wohnung des Erdgeschosses quasi als Ausstellungsobjekt für potentielle Kunden) von der Vermieterin selbst, einer Dekorateurin und Dekormalerin. Und darüber hinaus einer sehr liebenswerten Frau, die sich um all unsere Belange kümmert und einfach sehr freundlich und nett ist.

Für den Spätnachmittag beschreibt sie uns die Route zur Innenstadt: eine Abkürzung rechts vorbei an dem unter Denkmalschutz stehenden, etwa 100 Jahre alte Gebäude des Oberlandesgerichts, durch einen kleinen Park mit ebenfalls unter Denkmalschutz stehendem Wasserturm (welches Gebäude steht hier eigentlich nicht unter Denkmalschutz?), durch eine kleine Kirschbaumallee, deren Bäume gerade in voller Blüte stehen.
Zahlreiche große Villen aus dem Beginn des vorigen Jahrhunderts säumen die ruhigen Straßen und lassen darauf schließen, dass wir uns hier nicht in einem ärmlichen Stadtteil befinden.








Nach wenigen Minuten erreichen wir den Rand der Innenstadt und Klein-Venedig mit, wie man sich denken kann, Häuserzügen an einem Wasserlauf.






Zahlreiche Touristen schlendern durch die kopfsteingepflasterten Gassen. Auf vielen Fotos werden die hübsch herausgeputzten Fachwerkhäuser, die zusätzlich noch bis ins Kitschige mit Osterzubehör (Hasen, Eier usw.) geschmückt sind, festgehalten. Blicke in romantische Winkel und Hinterhöfe oder von kleinen Brückchen über das Flüsschen Lauch gestatten erste Einblicke in die 1200 Jahre alte Stadt.






Langsam senkt sich die Dämmerung herab, und so machen wir uns auf die Suche nach einem Essplatz, was sich trotz der großen Dichte an Restaurants und Brasserien als gar nicht so leicht herausstellt, denn fast überall sind die Plätze ab Öffnung der Lokale (in der Regel 19.00 Uhr) schon im Voraus reserviert.
Fündig werden wir gegenüber dem Brunnen mit der Statue eines Sohnes der Stadt, Jean Roesselmann, im gleichnamigen Restaurant. Unser Aufenthalt gestaltet sich jedoch als recht stressig, da ständig Leute auf der Suche nach einem nicht reservierten Tisch ziemlich eng an uns vorbei müssen. Daher unser erster Tipp: Zumindest in der Ferienzeit, wahrscheinlich in der Reisezeit auch an den Wochenenden, empfiehlt es sich, sich im gewünschten Restaurant stets vorab einen Tisch reservieren zu lassen, sofern man im Zentrum speisen möchte.

Später schlendern wir nochmals durch das Viertel. Zahlreiche Hausfassaden werden digital illuminiert. Plötzlich flattern riesige Schmetterlinge über das Fachwerk, blühen bunte Blumen auf und vergehen ebenso schnell wieder, werden Häuser mit fantasievollen Gebilden zum Leuchten gebracht.




So senkt sich langsam die Nacht über die Stadt, als wir auf dem Nachhauseweg unweit des Zentrums ein Irish Pub (James’ On) erblicken, das uns augenblicklich aufgrund seiner netten Atmosphäre und ausgeglichenen Kundschaft als Stammkunden gewinnt.

Colmar-Preziosen


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