Entland der Elsässischen Weinstraße über Riquewihr
zur Haut-Koenigsbourg

An unserem letzten Ausflugstag geht es nördlich von Colmar durch Weinberge und Winzerdörfer bis hinauf zu einer brühmten Burg, der Größten von zahlreichen mittelalterlichen Festungen in der Region.
Noch immer ist es bewölkt, doch längst nicht mehr so bedrohlich wie am vorherigen Tag. Am Morgen waren die Straßen noch nass, doch der Regen hat längst aufgehört.
Hinter Ingersheim beginnt die sogenannte Elsässische Weinstraße, eine dem Tourismus geschuldete Bezeichnung, die aber durchaus ihre Berechtigung hat. Der erste Ort, den wir in Richtung Kaysersberg durchfahren heißt Ammerschwihr. Das Dorf mit knapp 1800 Einwohnern wurde bereits 869 erstmals erwähnt und im 14. Jahrhundert in den Rang einer Stadt erhoben und befestigt. Unter Lazarus von Schwendi (der mit dem Brunnen am Zollplatz von Colmar) erlebte der Ort eine Blütezeit.


Das Dorf beheimatet ca. 40 Weingüter, mehrere Weinkellereien liegen an der Durchgangsstraße. Sie bilden den größten wirtschaftlichen Faktor. Reste der Befestigungsmauern und die gotische Martinskirche können ebenso besichtigt werden wie das gut erhaltene Obertor, der Bürgerturm oder der Schelmenturm.




Tour des Fripons (Schelmenturm, Turm der Diebe) aus dem Jahr 1535

Weinfelder säumen die Landstraße, die wir staunend durchfahren. Ein Genuss für das Auge. Wie erst muss es hier im Herbst aussehen, wenn die Reben voller Trauben hängen, der Morgennebel über den Tälern hängt und die Waldgebiete als gelb-rote Farbtupfer die Landschaft bereichern. Wie muss es duften, wenn geerntet wird. Wie anders, und dennoch schön in ihrer Einfachheit mutet die Szene jetzt im Frühling an.








eines der unzähligen Kruzifixe am Straßenrand

Ganz anders als im gediegenen Ammerschwihr sieht es im touristischen Riquewihr aus. Der Weinort hat einen sehr gut erhaltenen Ortskern, den sich viele Fremde gerne ansehen, so wie auch wir. Durch den Torbogen des Hotel de Ville (Rathaus) betreten wir die fachwerkgesäumte Altstadtmeile.


Torbogen reiht sich an Torbogen, dahinter Lokale, Unterkünfte und Geschäfte, oder - so wie früher - Einfahrten zu den Weinkellereien.









Herausgeputzte Häuser laden zum Fotografieren ein.








das Stadtschlosserhaus

Schmale Sackgassen zweigen von der Hauptstraße ab, es lohnt sich auf jeden Fall, sich auch dort umzusehen.








Begrenzt wird die prachtvolle Straße vom oberen Torturm Dolder (1291). In unmittelbarer Nachbarschaft wurden 2014 mehrere Häuser durch einen Brand erheblich beschädigt, und wie es aussieht, bisher nicht wieder aufgebaut.






Der abgebrannte Bereich befindet sich hinter dem Holzzaun.

Über eine Umgehungsstraße umkurven wir das Dorf und fahren dann weiter über die Weinstraße nach Norden. Weinland soweit das Auge reicht. Noch sind die Reben klein, ragen die Holzpflöcke nackt in die Sonne. Demgegenüber stehen die Obstbäume in voller Blüte, und im satten Grün schimmern die Wiesen zwischen den kleinen Dörfern und Gehöften, die die schmale Landstraße säumen.








Immer höher windet sich die Straße hinauf nach Thannenkirch, mitten durch einen lichten, lindgrünen Laubwald. Erhebungen mit kleineren Burgen sind in der Entfernung zu erkennen. Thannenkirch selbst ist ein kleines Bergdorf mit etwas über 400 Einwohnern in idyllischer Lage. Die Häuser sind gepflegt, längst aber nicht so herausgeputzt wie in den klassischen Touristendörfern der Umgebung.




Hinter Thannenkirch führt die Straße noch weiter bergan. Ein paar Radfahrer mühen sich die Strecke nach oben, alle Achtung. Zwischen den Zweigen der Bäume bieten sich zum Teil atemberaubende Aussichten.
Schließlich gelangen wir zu einem Parkplatz am Fuße der Koenigsbourg, bis zum Eingang müssen wir aber noch etwa einen Kilometer bergan gehen. Auch am Rand dieser langgezogenen Einbahnstraße könnte man parken, sofern man eine freie Lücke erwischt. Der Blick nach Osten wird mit jedem Meter, den wir bergan gehen, grandioser. Unter einem dunstigen Nebelband erahnen wir den Rhein, darüber erstreckt sich die Gebirgskette des Schwarzwalds als dünnes Band.



Haut-Koenigsbourg-Ribeauvillé-Hunawihr


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