Sehr geehrte Frau Skach aus Wien,

Sie haben Ihre Dissertation geschrieben, dabei Fotos meiner Homepage verwendet und sie im Internet (auf Seite 71 Ihres PDF-Dokuments) veröffentlicht.
Da Sie im Mailkontakt einfach nicht verstehen wollen, was ich Ihnen versucht habe klarzumachen, bleibt mir keine andere Wahl, als dies nochmals auf diesem öffentlichen Weg zu tun.

Ich habe den Rechtsklick auf den meisten Seiten meiner Homepage bewusst gesperrt, wovon auch die Fotos betroffen sind. Natürlich weiß (fast) jeder, wie man diesen Rechtsklick umgehen kann. Die Sperrung ist jedoch ein deutlicher Hinweis (ebenso wie das Copyright-Zeichen auf den Fotos selbst und die Hinweise in meinem Disclaimer), dass ich eine Weiterverwendung durch andere nicht wünsche.
Trotzdem haben Sie die Fotos kopiert und in Ihrem PDF-Dokument derart veröffentlicht, dass die Rechtsklicksperre aufgehoben wurde. Durch diese Manipulation sind die Fotos nun frei kopierbar.

Was ist so schwer daran zu akzeptieren, dass ich die Veröffentlichung von Fotos meiner Homepage in Ihrem PDF-Dokument – ob mit oder ohne Linkangabe – schlicht und ergreifend nicht möchte?

Ich habe mir sogar die Mühe gemacht, Ihnen im direkten Mailkontakt aufzuzeigen, dass Ihre Bildzitate fast durchgängig nicht korrekt sind, geschweige denn einem wissenschaftlichen Anspruch genügen, obwohl ich ja noch von Glück sagen kann, dass sie meine Seite zumindest erwähnt haben, denn an anderen Stellen heißt es bei Ihnen einfach nur: „Das Foto ist einer allgemein zugänglichen Internetseite entnommen." Das Internet als Selbstbedienungsladen?

Ihr Beharren auf emotionalen Beweggründen zur Verwendung der Fotos setzt Sie umso mehr ins Unrecht, wie Sie den Ausführungen des Rechtsanwaltes Gulden zur Zulässigkeit von Bildzitaten entnehmen können. (Datum: 02.01.2011)

Von einem privaten Gebrauch meiner digitalisierten Fotos, wie Sie mir versucht haben weiszumachen, kann ebenfalls nicht die Rede sein. Schauen Sie sich doch unter der Präsentation Ihrer Dissertation im Archiv der Universität Wien den Link zum österreichischen Urheberrecht an. § 42 Abs. 5 grenzt die Begrifflichkeiten privater Gebrauch und Veröffentlichung ganz klar voneinander ab.
Bundesrecht: Gesamte Rechtsvorschrift für Urheberrechtsgesetz (Fassung vom 02.01.2011)
Was für Ihre Arbeit gilt, gilt genauso für die Arbeit anderer!

Auch im EU-Recht finden Sie Vorschriften zum Urheberrecht. Weitere Weblinks erspare ich mir jedoch, da Sie bisher sowieso auf keines dieser Argumente meinerseits inhaltlich eingegangen sind.

Würde man davon ausgehen, dass Sie es vielleicht nicht besser wussten, hätte ich die Sache auf sich beruhen lassen. Sie selbst sind jedoch in der Lage, die von Ihnen modifizierte Landkarte von Vasmer in Ihrem PDF-Dokument für Laien unkopierbar zu machen.
Wenn Sie selbst also auf Ihrem Recht bestehen, Fotos anderer nach Gutdünken verwenden zu dürfen, warum teilen Sie dann nicht Ihre eigenen Werke mit der Allgemeinheit?

Gerade weil im Internet international immer noch keine Rechtsklarheit herrscht, gehört es zum guten Umgangston, um Erlaubnis zu bitten, wenn man das (geistige) Eigentum anderer für eigene Zwecke außerhalb des privaten Gebrauchs verwenden möchte (auch wenn ein solches Vorgehen für Sie, wie Sie angedeutet haben, unüblich ist).

Sicherlich hätte ich nichts gegen die Verwendung der Fotos gehabt, wenn Sie mich vorab gefragt hätten. Sie jedoch beharren auf Ihrem Recht und haben noch nicht einmal im Nachhinein erkennen lassen, dass sie mein berechtigtes Anliegen auch nur im Ansatz respektieren, geschweige denn sich im Nachhinein die Erlaubnis zur Veröffentlichung eingeholt hätten.

Ein schlichtes Danke hätte vielleicht auch genügt. Die Ausführungen in Ihrer Mail, ich möge doch die Verwendung der Fotos als Ihren Dank betrachten, und Ihr Eindruck, ich hätte mich sogar noch darüber gefreut, kann ich nicht anders als eine unerträgliche Arroganz auslegen.

2. Januar 2011
Christine Ripperger


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