Agia Anna forever
(Náxos, Ende der Achtziger)



Die Anfahrt

Ich war völlig frustriert. Wieder einmal war ein ABM-Jahr vorbei, und wieder war die Maßnahme nicht verlängert worden. Trotz meiner unzähligen Bemühungen um feste Arbeit saß ich in Dortmund fest. No money, no honey. Und vor allem keine Perspektive. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als endlich in meinem Beruf als Sozialpädagogin einmal Fuß fassen zu können, doch so wie es aussah, war der Markt dicht. Außerdem stand unsere Dreier-WG kurz vor der Auflösung, was also hätte mich zu der Zeit wirklich begeistern können?

Tom hatte sich in diesem Frühsommer für ein paar Tage zu Besuch angesagt. Tom, ein Engländer, den ich eineinhalb Jahre zuvor auf Kreta kennen gelernt und mit dem ich einige Monate lang in Südkreta zusammen gewohnt hatte. Er hatte sich auch dieses Jahr wieder auf den Weg gemacht, durch Europa zu reisen, kam gerade von einem mehrwöchigen Aufenthalt in Holland, vom dem er sehr begeistert erzählte.

Zusammen trampten wir für ein paar unbeschwerte Tage nach Berlin, besuchten Freunde. Dort reifte schließlich mein Wunsch, mit ihm nach Griechenland zu fahren, denn das war das nächste Ziel seiner Reise. Mein Vorschlag, die Insel Náxos anzupeilen, fand Tom`s Zustimmung, ich hatte ihm den malerischen Pláka-Strand mit den vielen selbst gebauten Bambushütten und dem freien Leben in den schillerndsten Farben ausgemalt. Vielleicht könnte man dort im Sommer Arbeit finden, das hatte im Vorjahreswinter auf Kreta ja auch geklappt.

Zurück in Dortmund war meine wenige Habe schnell zusammen gepackt und auf dem Dachboden einer anderen befreundeten Wohngemeinschaft verstaut. Dieser Dachboden war riesig, dort harrten bereits zwei weitere Wohnungseinrichtungen ihrer verreisten Besitzer.

Ein paar Sachen im Rucksack verstaut, Zelt und Schlafsack geschnappt, und mit nur wenig Geld in der Tasche machten wir uns eines frühen Nachmittags auf den Weg zur Autobahnraststätte Lichtendorf. Welch` ein Abenteuer – spontan hatten wir beschlossen, den ganzen Weg bis hinunter nach Griechenland zu trampen!
Sehr bald schon hielt ein LKW, der uns direkt bis nach Süddeutschland mitnahm, wo uns ein weiterer freundlicher Truck Driver aufgabelte. Kurz vor der österreichisch-jugoslawischen Grenze standen wir wieder auf der Straße – es lief alles wie am Schnürchen.

Mittlerweile war es schon dunkel geworden. Tom schlug vor, doch für ein paar Stündchen in die Schlafsäcke zu kriechen, denn hier würde jetzt niemand mehr anhalten, um uns mitzunehmen. „OK“, sagte ich, „auf einen Deal: Wenn uns von den nächsten drei Autofahrern niemand mitnimmt, dann machen wir die Pause“. Und was geschah? Der dritte hielt an. Ein Kroate, der aus der Nähe von Zagreb stammte und in Hamburg arbeitete, war auf dem Weg nach Hause.

Tom kroch gleich mal auf die Rückbank und schlummerte bald selig vor sich hin. Wir auf den vorderen Sitzen hingegen hatten die ganze Nacht hindurch eine sehr angeregte Unterhaltung. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns unserem Ziel wirklich sehr schnell näherten, doch in Wirklichkeit befanden wir uns noch ziemlich weit im Norden des Landes.
Als wir uns schließlich am Vormittag des darauf folgenden Tages der Heimat unseres sympathischen Fahrers näherten, lud er uns spontan zu sich ein. Gern könnten wir uns bei ihm erfrischen, duschen, schlafen……..Tom, der ja schon etliche Stunden geschlafen hatte, wollte schon zusagen, doch ich ermahnte ihn, dass wir lieber weiter sollten, es stand uns noch eine lange Fahrt bevor. Es trieb mich in Windeseile nach Náxos, jetzt wo wir unterwegs waren.
Eigentlich hätte ich gerne am Autoput, zum Beispiel an einer Tankstelle, auf ein weiteres Auto gehofft, doch wir erfuhren, dass es dort ganz schwierig sei, mitgenommen zu werden. Lieber sollten wir mit Bus und Bahn fahren, es sei nicht teuer.

Am Busbahnhof waren wir ziemlich verloren, da wir die Sprache nicht konnten und dort auch niemand englisch sprach. Irgendwie schafften wir es aber doch, in einen Bus zu steigen, von dem wir annahmen, dass er Richtung Süden fuhr. Natürlich nicht geradeaus, sondern in vielen Windungen und Schlenkern durch die Dörfer, ein landschaftlicher Genuss. Zwischendurch wussten wir überhaupt nicht mehr, wo wir denn genau waren, fuhren immer weiter, viele Stunden, bis zum Endhaltepunkt des Busses.

Dort gab es einen Bahnhof der jugoslawischen Eisenbahn, und für wenig Geld konnten wir mit dem nächsten, bis unter das Dach vollbesetzten Zug weiter düsen. Wir waren müde, hatten keinen Sitzplatz, hingen im Flur halb über unseren Rucksäcken und versuchten, ein wenig zu dösen. Es war auch ziemlich warm und sehr abgestandene Gerüche durchwaberten die Waggons. Kilometer für Kilometer fuhren wir, bis zum Endbahnhof dieses Zuges.

Mal einen Kaffee getrunken, etwas gegessen, ein wenig frische Luft geschnappt, und schon stiegen wir in einen weiteren Bus, der angeblich weiter Richtung Süden fuhr. Ich saß auf der rechten Seite am Fenster, Tom lag irgendwo hinter mir auf einem Sitz und schlief. Auch mir müssen die Augen etwas zugefallen sein, denn als ich aufwachte, saß ein junger Mann neben mir. Wir fuhren durch eine sehr gebirgige Landschaft (und ich hatte weiterhin keine Ahnung, wo wir waren). Mein Sitznachbar versuchte mir etwas zu erklären, zeigte nach draußen. Ich schaute aus dem Fenster. Wow !!! Tief unter uns durchschnitt ein blau-türkis-farbener Fluss das Gebirge. Einfach wunderbar! Trotz des wenigen Schlafes, der Sehnsucht nach einer erfrischenden Dusche, dem Pappessen – so langsam aber sicher konnte ich Deutschland hinter mir lassen und mich dem warmen Gefühl, wieder „on the road“ zu sein, hingeben.

Irgendwo in der Pampa hielt unser Bus dann schließlich an, alle stiegen aus. Ich wollte schon nach unserem Gepäck im Bauch des Busses fragen, doch man bedeutete mir, dass hier nur eine Pause eingelegt wurde. Also gut, Beine vertreten ………. eine halbe Stunde später fuhren wir weiter. Unser Endhaltepunkt war Skopje.

Hier war es deutlich wärmer, als wir es auf unserer bisherigen Reise empfunden hatten. Die höheren Temperaturen verstärkten das Gefühl, von Griechenland nicht mehr weit entfernt zu sein. Wir genossen ein Eis bei einem Bummel durch die Altstadt, die ich sehr heimelig fand und die ich irgendwann einmal ausgiebiger besuchen wollte.

Unser Zug fuhr einige Stunden später mit der Destination „Thessaloníki“ ab. Wieder Gedränge, doch diese Zugfahrt dauerte nicht mehr so ewig wie die einige Tage zuvor. Endlich. Die Grenze zu Griechenland war erreicht. Der Zug hatte sich schlagartig geleert, vielleicht waren wir sogar die einzigen Passagiere in diesen frühen Morgenstunden. Nach Thessaloníki war es nur noch ein Katzensprung.

Am Bahnhof erkundigte ich mich noch nach der Autobahn, um möglichst bald eine weitere Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Tom war kurz vor einem Streik, doch ich redete mit Engelszungen auf ihn ein – und konnte ihn überzeugen. Der Fußmarsch dauerte dann doch etwas länger, aber irgendwann – so gegen 6.00 Uhr in der Früh – standen wir an der Schnellstraße Richtung Athen und warteten auf den Verkehr, der wahrscheinlich nicht sonderlich üppig daherkommen würde, denn es war Sonntag. Ein recht ungünstiger Tag für unser Unterfangen.

Wir hatten Glück. Ein LKW hielt nach einer Weile an, wir kletterten auf die Fahrerbank und gemütlich zuckelten wir über die menschenleere Fahrbahn Richtung Athen. Langsam wurde es hell, und bald sahen wir auch das Meer. Jubel! Jetzt war unser Ziel zum Greifen nah. Nach einigen Stunden Fahrt hielten wir an einer Taverne. Griechische Musik rieselte aus dem Radio, das Meer fühlbar nah, gerade auf der gegenüberliegenden Seite der Straße, alles easy going. Ein Frappé, ein kleiner Imbiss erfrischten uns ein wenig.

Am Nachmittag nahmen wir einen Zug von Chalkída nach Piräus, wo wir schließlich an Bord der Fähre gehen konnten, die uns nach Náxos bringen sollte. Hier konnte auch ich meinen Schlafsack ausbreiten, denn die Überfahrt sollte mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Endlich ein paar Stündchen an Deck schlafen. Wie ich mich auf Náxos freute.

Fünf Tage und Nächte hatten wir gebraucht, alles war gut gegangen, obwohl wir zwischenzeitlich arg die Orientierung verloren hatten. Doch irgendwie hatten wir immer das Gefühl gehabt, dass uns nichts passieren konnte. Die Menschen, insbesondere in Jugoslawien, waren sehr freundlich gewesen und hatten versucht, uns trotz verbaler Verständigungsprobleme irgendwie in die richtige Kutsche zu setzen. Einfach toll. Wir waren richtig stolz, dass wir es geschafft hatten.


Die Chóra von Náxos schon in Sicht, jetzt ist es nicht mehr weit...



Keine Hütten

Der erste Blick auf den Strand, von dem ich Tom in den höchsten Tönen vorgeschwärmt hatte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren: WO WAREN DIE BAMBUSHÜTTEN?

Wir erfuhren, dass es schon seit dem vorangegangen Jahr nicht mehr gestattet war, Bambushütten zu bauen, zumindest nicht in der unteren Hälfte des Pláka-Strandes. Es sollen weniger die Vertreter der Staatsgewalt gewesen sein, die den Hüttenbau unterbunden hatten, sondern solche, die ein größeres Geschäft dort aufziehen wollten. Man hatte sich vorgenommen, andere Unterkünfte für Touristen zu errichten, und da passten die Hüttenbauer halt nicht mehr ins Bild.

Andere Geschäftstreibende waren stinkesauer, denn sie hatten an den frei Campierenden recht gut verdient. Alle hatten etwas von den Gegebenheiten gehabt: Die Hüttenbauer, weil sie hier ihre Ideen ausleben konnten, die Geschäftsleute, (wie Tavernen- und Minimarktbesitzer), weil sie neben der Feldwirtschaft noch zusätzliche, sicherlich nicht wenige, Einkünfte hatten. Hinzu kamen die Tagestouristen aus Náxos-Stadt, die gerne einen Spaziergang zum Strand unternahmen oder abends extra zum Sonnenuntergang herauskamen, um dann anschließend in einer der Tavernen ein leckeres Mahl einzunehmen.

Zumindest von den Hüttenbauern würde nun niemand mehr profitieren können, und so war es einfach nur eine Frage der Zeit, bis man sein Geschäft entweder schloss, weil es nichts mehr einbrachte, oder sich den neuen Gegebenheiten anpasste und selbst anfing, Studios und Hotels zu bauen. Außerdem war im Gespräch, dass ein Flughafen bei Náxos-Stadt entstehen sollte, um größere Mengen von Touristen auf die Insel zu bringen.
Wir waren also gänzlich außen vor, und der Traum – zumindest am Pláka-Strand – war ausgeträumt. Wie vielen anderen mag es so ergangen sein, die im Laufe der Zeit „ihre“ Traumgegenden entdeckt hatten, und die dann zusehen mussten, wie diese dann – zuerst noch als „Geheimtipp“ gehandelt – für den Massentourismus geöffnet wurden. Nur der Ausweis als archäologisches Gebiet hätte vermutlich verhindern können, dass hier gebaut wurde.

Das Übernachten am Strand war also bei einigen wenigen unerwünscht. Wir taten es trotzdem. Im Schlafsack am Strand, aber ohne Hütten oder Zelte, in der Nähe einer Taverne. Unser Gepäck durften wir in einem der hinteren Räume unterstellen, „geduscht“ wurde abends an der Zisterne, hinten auf dem Feld beim Esel.

Wir waren natürlich längst nicht mehr so viele wie in den vorangegangenen Jahren, doch der Geist unseres Paradieses lebte in jenem Sommer weiter. Wenn jemand nicht mehr so viel Geld hatte, wurde er mit „durchgefüttert“. Dafür verwöhnte er uns mit tollen Geschichten. Essen und Getränke wurden geteilt. Unsere Gemeinschaft in „unserer“ Taverne wuchs täglich an. Da waren einige Berliner, Norddeutsche, Wiener, ein Aachener Paar, Leute aus Wales, Griechen und andere.

Glücklicherweise suchte man noch jemanden, der eine von zwei Schichten im Service und in der Küche übernehmen würde, und so hatte ich den ganzen Sommer über mein Auskommen. Wir verbrachten alle Tage zusammen, die Arbeit fiel mir überhaupt nicht schwer. Schließlich verdiente ich das Geld für mein Essen und die Dinge des täglichen Bedarfs in einem sehr angenehmen Umfeld.




Arbeit

Die ganze Zeit über fand ich es lächerlich, im Schlafsack am Strand zu schlafen und mir für morgens einen Wecker in den Sand zu stellen. Passte nicht zusammen, die Freiheit, unter dem Sternendach zu nächtigen und das Weckergebimmel am Morgen, um rechtzeitig mit der Arbeit zu beginnen. Doch ich gewöhnte mich schnell daran.

Also aufstehen, Schlafsack zusammen rollen und beim Gepäck, im hinteren Raum, verstauen, Katzenwäsche, um mir dann noch einen kleinen Wachmacher, einen Nes, zu genehmigen, direkt am Eingang, im Außenbereich der Taverne mit Blick auf das Meer. In der Küche rührte sich bereits die Mama, einer der Söhne, klapperte auch schon mit den Töpfen, das Zeichen für mich, mit der Arbeit zu beginnen.

Meine Aufgabe bestand zunächst in der Verarbeitung (schälen, schnipseln) von Früchten, die anschließend auf einem wunderbar cremigen Joghurt dekoriert wurden. Was war der lecker! Er wurde zwar in großen Eimern angeliefert, doch das hieß nichts. Selten habe ich einen so wohlschmeckenden und cremigen Joghurt gekostet. Orangen mussten ausgepresst werden. Die Mama brutzelte Eier in allen Variationen. Die Tochter bediente die Kasse und half hinter der Theke aus, während der Sohn sich um die Vorbereitung des mittäglichen und abendlichen Essens kümmerte. Währenddessen verrichtete der Tavernenpapa die Feldarbeit.

In der Küche herrschte eine Bullenhitze. Ein riesiger Herd stand neben dem zweiflammigen Gaskocher, der uns allesamt beinahe einmal das Leben gekostet hätte. Irgendwie hatte sich der Gasschlauch, der nur lose am Kocher aufgesteckt war, während der Brutzelei verselbständigt und plötzlich zischte es laut. Der Sohn griff geistesgegenwärtig nach dem Schlauch und drehte im gleichen Augenblick den Gashahn an der Propangasflasche zu. Reiner Reflex. Schockgezeichnete Gesichter und wildes Herzklopfen. Es war noch mal gut gegangen, doch die Mama verabschiedete sich für diesen Vormittag aus der Küche.

Wenn die ersten Touristen ihr Frühstück mit Joghurt, Eiern und anderen Leckereien beendet hatten, sammelte ich das Geschirr ein, bestückte die Spülmaschine und richtete draußen alles wieder für weitere Gäste her. Vor dem nächsten Schub hatte ich dann ein kleines Päuschen, in dem ich mir einen dieser herrlichen Joghurtportionen einverleibte. Ich war dabei nicht sparsam, sondern löffelte die Doppelportion vom Suppenteller. Hmmmmmm!

Später, so zwischen 9.00 und 10.00 Uhr tauchten auch die ersten verschlafenen Gesichter meiner Paréa auf. Einer fehlte, es war bereits heiß, er lag noch im Schlafsack, täte aber besser daran, sich in den Schatten zu verkrümeln. Also schnappte ich mir ein Tablett, stellte eine Tasse Nes darauf, und servierte dann das Getränk, fein mit weißer Serviette, direkt am Schlafsack. Das war Überzeugung genug, jetzt aufzustehen, um sich mit seinem dröhnenden Schädel auseinanderzusetzen.

Zwischen den Arbeitsgängen hatte ich auch Zeit, mich mal hinzusetzen und ein wenig zu klönen, die Arbeit war immer getan, und niemand störte sich daran, wenn ich mal einen Schwatz hielt. Das Arbeitsklima hätte besser nicht sein können, alle waren sehr freundlich zu mir.

Meine Frühschicht endete gegen 14.00 Uhr, so dass ich noch den Tag vor mir hatte, um schön zu relaxen, im Meer zu baden, mal in die Stadt zu fahren, oder einfach nur in unserer Gemeinschaft dazusitzen. Die Spätschicht dauerte allerdings länger und war anstrengender, es ging oft bis um Mitternacht herum, doch auch das war OK, alles passte.


Die Paréa

Unsere Paréa hatte sich gesucht – und gefunden. Eines Morgens – ich war noch recht verpennt – saß ein schwarz gekleidetes Paar in der Taverne. Wir kamen ein wenig in`s Gespräch. Sie waren aus Aachen angereist. Der Funke sprang direkt über. Nach Ende meiner Schicht unterhielten wir uns weiter, tranken das eine oder andere Bier zusammen. Es gesellten sich ein paar Wiener dazu. Wir redeten und redeten, erzählten uns Geschichten.

Meist saßen wir unter der Schatten spendenden Tamariske auf der rechten Seite der Taverne. Unsere Paréa wuchs ständig an. Auch Leute aus den Nachbarlokalen gesellten sich hin und wieder dazu.

Die Musik durften wir selbst auflegen. Hinter dem Tresen stand ein etwas älterer Kassettenrecorder. (Gegen Ende der Saison schaltete auch er sich ab, er fing eines Abends Feuer – und das war`s dann gewesen.)
Der Tag gehörte musikalisch uns, am Abend jedoch wurde für die Essensgäste aus der Chóra extra Sirtáki aufgelegt, etwas „typisch“ Griechisches halt. Wir konnten damit leben.

Jeden Tag gaben wir uns unseren Lieblingsmusikern hin, die unsere Lieblingsstücke intonierten:

"No one knows, what it` s like to be the bad man, the sad man, behind blue eyes..... But my dreeeheeeheeeams they aren`t as empty as my conscience seems to be. I have hours.......“

.... hier noch mehr Lebensgefühl:
„People try to put us d-down. Just because we get around. Things they do look awful c-c-cold. I hope I die before I get old. This is my generation baby.......”

"...Emancipate yourselves from mental slavery; none but ourselves can free our mind. Have no fear for atomic energy, (Na ja) 'cause none of them can stop the time. How long shall they kill our prophets, while we stand aside and look? Yes, some say it's just a part of it: We've got to fulfil de book. Won't you help to sing, these songs of freedom? 'Cause all I ever had.....

.... und der Klassiker
“Show me the way to the next whiskey bar. Oh, don't ask why, Oh, don't ask why. For if we don't find the next whiskey bar, I tell you we must die, I tell you we must die, I tell you, I tell you, I tell you we must die…..”

Ooooooooooh YEEEEAAAAAAH!.....


...und viele andere Songs, die wir inbrünstig mitsangen.

Wir waren große Geschichtenerfinder. Eigentlich handelte es sich mehr um Theaterstücke mit genauen Handlungsanweisungen, die sich aus unseren alltäglichen Betrachtungen und Erlebnissen ergaben. Nach einiger Zeit gingen wir dazu über, Gästen bestimmte Rollen in unseren Stücken zuzuweisen. Sie wussten zwar nicht so genau, was da abging, doch die meisten machten irgendwie mit. Da gab es den Yéti, den Bongoman, den Kassierer am Aussichtsturm ... wir hatten alle sehr viel Spaß und waren Meister der Kreativität.

Ein paar Frauen aus Wales gesellten sich ebenfalls dazu, was bei einigen unserer allein stehenden Männer höchstes Entzücken hervorrief. Zwei Freundinnen aus Werolíno (Jassou Jutta! Jassou Bärbel!), die sich in der Chóra einquartiert hatten, kamen oft des Abends zu Besuch. Bremen war ebenfalls vertreten, und aus Berlin waren noch weitere Leute angereist („Hägar!“). Wir aßen und tranken zusammen, lachten, feierten, bis die Taverne ihre Pforten schloss.

Eines Tages tauchte ein weiterer junger Mann aus Wien samt seiner Enduro auf. Sofort war er in unserer Mitte aufgenommen. Wir erzählten von unseren Reisen, irgendwann erwähnte ich auch meine Vorjahreszeit in Südkreta, und dass ich dort eine Frau kennen gelernt hatte, mit der Tom und ich später in Kamilári zusammen gewohnt hatten. Schade, dass wir uns so schnell aus den Augen verloren hatten, nur ganze kurze Zeit, nachdem ich nach Deutschland zurückgekehrt war.

Das Irre an der Geschichte ist, dass er genau dieser Frau (Yassou Kinna!) wenige Wochen vor seiner Abreise nach Griechenland eher beiläufig begegnet war. Ich wusste ja nicht, dass sie auf Kreta ihren späteren Ehemann kennen gelernt hatte und mit ihm erst mal nach Wien gefahren war. Es war tatsächlich so, dass wir uns durch diesen gemeinsamen Bekannten später wieder fanden.
Solche Geschichten sind mir in Griechenland – und mehr noch auf Kreta – häufiger passiert. Und selbst, wenn man nichts mit „Vorbestimmung“ und so am Hut hat, kann man manchmal doch ins Trudeln kommen. Oder gibt es tatsächlich so viele „Zufälle“?


Horror

Der Sohn unserer Tavernenfamilie hatte des Abends, wenn die Gäste aus der Stadt zum Essen kamen, seinen Einsatz am Grill. Wir saßen weiterhin unter der Tamariske und ließen uns die gegrillten Leckereien ebenfalls munden. Eines Abends, es war schon zur fortgeschrittenen Stunde, konnten wir das Sirtaki-Gedudel einfach nicht mehr hören und beschlossen, einen unserer absoluten Hits zu zelebrieren.

“Hey Janet.
Yes Brad?
I've got something to say.
I really love the ... skillful way
You beat the other girls
To the bride's bouquet.
Oh, oh Brad......”

...wir wissen, dass der Verlobungsabend von Brad und Janet eine ganz andere Wendung nehmen sollte.

Jeder von uns hatte die "Rocky Horror Picture Show" mindestens fünf Mal gesehen, jeder kannte die Schlüsselstellen (Reiswerfen, Frank-N-Furters wippender Absatz im Fahrstuhl "How do you do?" ...), einige beherrschten den Time Warp, alle kannten den gesamten Text.

Mit den ersten Tönen waren die Rollen spontan verteilt: Frank-N-Furter, Eddie, Riff-Raff gingen in Position, wir Mädels sangen alle Frauenrollen. Spontan ergab sich eine kleine Vorstellung, ohne vorherige Probe, frei improvisiert.

“From the day he was born
He was trouble
He was the thorn
In his mother's side
She tried in vain
But he never caused her nothing but shame
he left home the day she died..."


Unser Eddie ("Bongoman") sauste laut singend als imaginärer Motorradfahrer zwischen den Tavernentischen herum, an denen die Stadttouristen saßen. Viele schauten irritiert, wir waren ihnen nicht geheuer. Immer und immer wieder, wie ein Derwisch, drehte "Eddie" seine Runden.
Den Time Warp tanzten wir Frauen auf unseren Tischen unter der Tamariske. Frank-N-Furter`s Posen waren mehr als eindeutig. Riff Raff überzeugte durch seine ölige Stimme.

Die Tavernenfamilie hatte sich am Eingang versammelt. Sie wussten überhaupt nicht, wie ihnen geschah, waren aber gleichzeitig fasziniert. Bisher hatten wir immer nur mitgesungen, die Aufführung des Stückes dagegen hatte an jenem Abend Premiere.
Immer weiter tanzten wir auf den Tischen, bezogen die Umhersitzenden in die Geschichte mit ein. Wir waren schon kurz vor der Rückkehr nach Transsylvanien angekommen,
"Give yourself over to absolute pleasure
Swim the warm waters of sins of the flesh
Erotic nightmares beyond any measure
And sensual daydreams to treasure forever
Can't you just see it. Whoa ho ho!
Don't dream it, be it
Don't dream it, be it..."

als der Sohn der Taverne den großen Wasserschlauch anschloss, um unsere Gemüter mit voll aufgedrehtem Kaltwasser zu kühlen und der Vorstellung ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Wir wurden klitschnass, doch das tat dem Act keinen Abbruch. Wir wollten die Geschichte klar zu Ende bringen, und das taten wir auch.

Der Rest der Familie stand laut lachend und Schenkel klopfend in der Tür, während der Sohn uns mit dem Schlauch durch die Taverne hetzte. Die anderen Gäste hatten das Essen vergessen, einige waren auch ein bisschen nass geworden. Wir hatten alle einen Riesenspaß. Auch die Rechenmaschine auf dem Tresen am Eingang hatte eine größere Menge Wasser abbekommen. Am anderen Morgen hatte man sie zum Trocknen liebevoll in die Sonne gelegt.


Ausflüge

Neben unseren ausgedehnten Tavernenaufenthalten wollten wir hin und wieder auch etwas unternehmen. Eine Busfahrt nach Apóllona, quer über den Nordteil der Insel, brachte uns wunderschöne Eindrücke von der grandiosen Landschaft. Oben im Gebirge musste der Busfahrer an Spitzkehren mehrmals anhalten und nach den Anweisungen seines Begleiters rangieren, um dann schließlich die Kurve auf der schmalen Straße doch noch zu schaffen, ohne uns in den gähnenden Abgrund zu stürzen. Leitplanken gab es keine.

An einem anderen Tag bestiegen wir den Zas, die höchste Erhebung auf Náxos. In Wirklichkeit waren wir nur zu dritt, den anderen war eine solche Wanderung viel zu anstrengend.......
An diesem Tag hatte man eine sehr gute Fernsicht auf die Inseln, die um Náxos herum liegen.

*** ***

Bei der Bootstour nach Páros waren wieder alle mit dabei. Páros lag ja direkt vor unserer Nase, jeden Tag schauten wir uns den Sonnenuntergang über der Nachbarinsel an. Direkt gegenüber des kleinen Hafens von Agia Anna liegt das Örtchen Písso Livádi, und genau dorthin brachte uns ein kleines Schiff. Wir waren die einzigen Gäste, freuten uns über die kühle Meeresbrise, besichtigten den Ort, aßen und tranken.
Bis nach Paríkia oder Naoússa, die viel berühmter sind, oder zu anderen Orten auf der Insel kamen wir jedoch nicht. Am Abend nahmen wir wieder unsere „Fähre“, wieder als Einzige an Bord. Ich setzte mich ganz nach vorne, an die Spitze des Schiffs und ließ die Beine nach unten baumeln, hielt mich an der Reling fest. Andere machten es mir nach.
Unser Kapitän spürte unser Feeling  -  er hatte ebenfalls das Glitzern in den Augen  -  und nahm jede einzelne Welle mit. Das Boot schaukelte nach oben und nach unten, es war herrlich. Manchmal spritzte Meereswasser bis zu uns herauf. Aufgedreht von dieser Fahrt erreichten wir bald wieder unseren Heimathafen, Agia Anna.

*** ***

Tom hatte sich zwischendurch in eine englische Paréa eingeklinkt, die sich vorwiegend in einer der Nachbartavernen traf. Doch manchmal besuchten wir uns. Anlässlich eines solchen Treffs beschlossen wir beide, spontan einen kleinen Abstecher nach Kreta zu machen, um an unsere alte Wirkungsstätte, nach Kamilári, zurückzukehren. Wir waren mehr als neugierig.

Gesagt, getan. In meiner Taverne hatte ich ein paar Tage frei bekommen, und ich erstand eine Flasche Bananenlikör, den ich als Geschenk mit nach Kreta nehmen wollte. Wenige Tage später packten wir ein paar Sachen zusammen und nahmen die Fähre.

Was ich auf Kreta im Vorjahr erlebt hatte, hatte mir einige Zeit des "Verdauens" abverlangt, und so richtig fertig damit war ich immer noch nicht. Kreta – das war Schwere, das waren persönliche Schicksale, das war Ernst. Kreta – das war auch eine Begegnung mit sich selbst, mit den essentiellen Dingen des Lebens und ein Geraderücken der Perspektive, ein Schmelztiegel kultureller Vielfalt, ein anderer Kontinent.
Náxos hingegen hatte ich spielerisch erlebt, heiter, kreativ und phantasievoll. Náxos, so wie auch die anderen Kykladeninseln, die ich danach noch besuchte, waren für mein Gefühl europäisch und somit vertraut.

Diese Reise war also mehr als nur eine Rückkehr an einen Ort, an dem man ein paar schöne Monate verbracht hatte. Tom ging es genau so, und so war ich froh, nicht allein mit diesen zwiespältigen Gefühlen zu sein.
Bei unserer „Landung“ in Heraklion war es sehr heiß. Wir wussten ja, wo unsere Bushaltestelle war und trabten denn auch in Richtung Chanióporta.
Die Busfahrt durch das Weingebiet hinter Iráklio, hinauf in`s Vorgebirge, über den Pass bei Agia Varvára. Dahinter grandiose Ausblicke über die gesamte Messará-Ebene. Erhabenheit angesichts der Weite, der Mächtigkeit der über zweitausend Meter hohen Berge, schließlich ein Hineintauchen in die Olivenbaum- und Gewächshauswelt der große Ebene.

Wir quartierten uns bei der Mílonas-Familie in Kamilári ein. Georgía bedachte uns mit einem sehr herzlichen Redeschwall, es war, als ob wir nie weg gewesen wären. Wie schön, diese Schwere, an die wir uns noch so gut erinnerten, war plötzlich wie weggeblasen. Heiter durchstreiften wir den Ort, besuchten Bekannte. Kehrten später im Restaurant Mílonas ein, um einen Abend dort zu verbringen, so wie wir es im vorvorletzten Winter jeden Abend getan hatten.

Nach drei Tagen fuhren wir leichten Herzens nach Iráklion, um dort die 24.00-Uhr-Fähre zurück nach Náxos zu besteigen. Wir wussten, dass wir wieder zurück nach Kreta kommen würden. Es gab dort etwas, das uns ein besonderes Gefühl vermittelte, etwas, das wir damals nicht näher beschreiben konnten.


Fassungslos

Am gesamten Strand von Agia Anna war mir keine einzige Katze begegnet. Die Folge war eine fürchterliche Rattenplage. Sobald die Lichter der Tavernen ausgingen, zeigten sich die riesigen Biester überall, den ganzen Strand hinauf. Ihre Zahl nahm im Laufe des Sommers rapide zu. Sie krabbelten im Abfall herum, es raschelte überall in der Dunkelheit.
Morgens sah man die kleinen Trippelspuren im Sand. Es war schauderhaft. In der Regel kamen sie aber nur bis zu den Dünen vor. Darum schliefen wir meist in direkter Meeresnähe.

Eines Nachmittags, ich nahm gerade ein gemütliches Sonnenbad, sah ich von weitem ein kleines Flugzeug, das recht tief den immer noch gut besuchten Strand vom oberen Ende her ansteuerte. Mit einem Mal wurde etwas in großem Schwall abgelassen. Schnell kam das Flugzeug näher, machte auch keine Anstalten abzudrehen. Panik am Beach! In letzter Sekunde konnte ich mit einigen anderen ins Wasser hechten und untertauchen. Ein beißender Gestank lag in der Luft. Immer noch vollkommen schockiert konstatierten wir später, dass es wahrscheinlich ein Gift (gegen Ratten? Insekten?) war, mit dem man uns besprüht hatte. Kein Wunder also, dass es keine Katzen mehr gab! Eine Radikalkur, die man als Mensch und Tourist auch hätte persönlich nehmen können.


Herbst und Abschied

Die Saison war so gut wie vorbei. Als es Herbst und kühler wurde, rückte die Fahrt nach Hause langsam ins Blickfeld. Eines Tages bestiegen fast alle zusammen die Fähre nach Athen. Mir persönlich ging das zu schnell. Ich brauchte noch Zeit, um den Sommer ausklingen zu lassen und mich innerlich zu verabschieden.
Was mir fehlte, war eine Mitfahrgelegenheit nach Deutschland. Also nahm ich mir vor zurückzutrampen. Helles Entsetzen bei der Tavernenfamilie. Man hatte eine Wohnung in Athen, in der ich auf jeden Fall für die Dauer meines Aufenthaltes in der Stadt Quartier finden konnte.

Auf dem neu gebauten Campingplatz in Agia Anna hatte einer aus unserer Runde ein paar Tage zuvor netterweise einen Zettel für mich angepinnt, dass ich eine Mitfahrgelegenheit nach Dortmund suchte. Plötzlich stand Klaus, langhaarig, mit Stirnband in unserer Taverne. Klaus war Inhaber eines schwarz-gelben Kasten-R4s mit der Aufschrift „Schnellservice“. „Ich bin der Klaus, du willst nach Dortmund?“ „Ja“, meinte ich. „Ist gebongt“, meinte Klaus, „in zwei Wochen“. So schnell ging das und so einfach fügen sich die Dinge manchmal.

Ich blieb also noch einige Zeit. Auf Grund der kalten Nächte traute ich mich dann doch noch, mein Zelt in den Dünen aufzubauen, jedoch mit einem mulmigen Gefühl. Eines Nachts wachte ich von Schüssen ganz in der Nähe auf. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Zum Glück war – wie ich tags drauf erfuhr - nur jemand auf Kaninchenjagd gewesen. Der Schreck saß mir jedoch tief in den Gliedern.

Arbeit gab es jetzt kaum noch in der Tavernen, alles geschlossen, und nur noch vereinzelt verirrten sich Gäste aus der Stadt nach Agia Anna. Die Familie jedoch beköstigte mich weiterhin. Eines Morgens wurden mir 300 Drachmen in die Hand gedrückt, ich solle am Hafen vorne Fische für die Kakaviá (Fischsuppe) kaufen. Von den Fischern ließ ich mich beraten, und die Mama zauberte hinterher eine köstliche Suppe, von der wir den ganzen Tag über immer wieder löffelten.

Nach den beiden Wochen Ruhe fühlte auch mich endlich so weit, Abschied von der Insel nehmen zu können, um wieder nach Deutschland zu fahren, um dort im Winter hoffentlich wieder eine Arbeitsstelle zu finden.
Die Fahrt mit Klausens „Schnell-Service“ war schon wieder ein Erlebnis für sich, durch die Schluchten des Balkan im südlichen Jugoslawien, die Adria-Küstenstraße hoch, mit einer kleinen Sight-Seeing-Tour durch Dubrovnik, alles noch vor dem unsäglichen Krieg.


Náxos-Revival in Berlin

Mit einigen aus unserer Náxos-Crew hatte sich ein guter Kontakt entwickelt. Anfang 1989 veranstalteten wir ein Náxos-Revival in Hägars WG in Berlin. Zuvor waren zwei Freunde aus Wien in Dortmund eingetroffen. Klaus, den die anderen ja nicht kannten, war sofort in unsere Runde aufgenommen. Mit seinem „Schnellservice“ düsten wir über die Autobahn gen Osten.
Die Aachener kamen zu spät. Ein Passfoto hatte sich irgendwie im Ausweis verklebt und wurde beim Grenzübertritt nicht anerkannt. Also musste mal eben ein neues Foto her. Viele aus unserer Náxos-Clique hatten sich eingefunden. Es kam, was kommen musste: Die Rocky–Horror–Show wurde von uns zu fortgeschrittener Stunde wieder zelebriert, dass die Wände wackelten. Oh je, die Wohnung sah am nächsten Tag schon ziemlich wüst aus.
Wir machten dort weiter, wo wir in Náxos aufgehört hatten, erinnerten uns an die gemeinsamen Erlebnisse und Geschichten des Sommers, erzählten uns die Abenteuer der Heimfahrt. Ganz zwanglos ging es vier Tage lang zu, man kochte, aß, trank, badete, sang. Auch eine neue Comic-Figur, der "Joseph" war entstanden.
Hägars Nachbarn waren - das muss hier einfach mal gesagt werden - wirklich sehr geduldig, sie klingelten erst am vierten Tag, nur wenige Minuten, bevor die letzten ihren Heimweg antreten wollten, um uns zu bitten, die Musik doch ein klein wenig leiser zu drehen.

Mit Klaus habe ich in den Jahren danach noch viele Spontanausflüge unternommen, wenn uns die Decke auf den Kopf fiel. Ein Anruf genügte, schnell Getränke und etwas zum Essen eingepackt und - ganz wichtig - Cassetten mit guter Musik.

Im Laufe der Zeit habe ich leider alle aus den Augen verloren, doch den wunderschönen Sommer in Agia Anna werde ich nie vergessen.




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