Ankunft auf Lesbos Ende September 2005
Copyright puchheim = MartinPUC 2005, 2007


Glücklicherweise hab ich einen A–Fensterplatz in der LTU–Maschine, einer A–320 nach Mitilíni (Mytilíni, Mytiléne). Wir haben das westliche Bulgarien überflogen, die Hauptstadt Sofia. Samothráki links unter uns. Die Landzunge mit den Windkraftwerken südwestlich von Kamariótissa ist gut zu sehen. Das Sáos–Gebirge. Wie schnell alles vorüberzieht.
Kurz darauf Stücke des Nordost– und Südostflügels von Límnos. Die Salzseen, lange Strände trennen sie wie Nehrungen vom offenen Meer ab. Die Morgensonne blendet, eine glitzernde nördliche Ägäis, noch ziemlich dunstig.

Etwa in der Mitte der Nordwestküste fliegen wir über Lésbos ein, vielleicht über dem Dorf Skalochóri Richtung Kalloní, von meinem Platz aus ist der nach diesem Ort benannte große Golf mit den berühmten Sardhéles (= Sardinen) gerade nicht mehr zu sehen. Links hab ich schon einigermaßen deutlich Mólyvos mit seiner Hügellage erkannt, und das Lepétymnos–Gebirge. Etwa bei Mystegná erreichen wir die Ostküste, nun geht es übers Meer an Mytilíni vorbei. Da hab ich nur Türkeiblick. Schließlich eine große Rechtskurve, und der Landeanflug auf die Südostspitze der Insel beginnt.

Kiefern, Ölbäume linker Hand auf den Höhen. Der Hügel mit den Landeanflugsendern. Schon ist die Landebahn erreicht, sanft setzt der Flieger auf, bremst ab, dreht am Ende um und rollt zurück, bis er auf seine Parkposition abzweigen kann. Kurz darauf landet eine B–737 der österreichischen Lauda Air.
Von der Gangway aus sehe ich, was für ein irrer Reifenabrieb fast die gesamte Länge der Start– und Landepiste ziert – nichts Gutes für Landungen an Regentagen. Aber das kennt man ja von so vielen Flughäfen her. Es ist erst 20 nach 9.
Ein einziges niedliches Gepäckband, die Koffer kommen schnell. Vor dem Flughafengebäude warten Unmengen von Taxis in mehreren Reihen, viele davon gelb, aus der Inselhauptstadt. Die meisten Mitreisenden gehen auf sie zu. Höchstens zwei, drei Busse von Reiseveranstaltern sind zu sehen. Im Flieger hat mir niemand sagen können, ob es nun wieder öffentliche Busse vom Airport aus in die Stadt gibt, auch nicht die Griechen hinter mir.

Hier bin ich also, unausgeschlafen, aber froh, wieder einmal, diesmal völlig unverhofft, in Griechenland sein zu dürfen. Ich überquere die breite Straße hin zu dem Kapellchen direkt vor dem Meer, wo schon etliche Rückreisende warten, ein letztes Mal griechische Atmosphäre unter freiem Himmel in sich einzusaugen.
Im Dunst die türkische Gegenküste. Die ersten bettelnden Katzen, auf Flugreisende spezialisiert. Nur 200 m weiter rechts (südlich) kann man hier im Meer baden, noch vor dem Einchecken zum Rückflug! Zwei Tavernen liegen direkt südlich neben dem Flughafen. Eine angeblich gute Fischtaverne befindet sich stadtwärts gut 1 km entfernt über dem Ufer.

Busse vom und zum Flughafen:
Hab keine Lust, mich gleich von einem Taxifahrer übervorteilen zu lassen. Auf Kurzstrecken langen sie bei Touristen nicht selten besonders kräftig zu. Ich habe Glück. Nach 5 min schon kommt ein Bus von Süd her angezockelt, hält beim Wartehäuschen mit der AVIS–Reklame, ca. 150 m vom Ausgang des Terminals schräg links auf der anderen Straßenseite gelegen. Der Fahrer verlangt 1 Euro 50, von der Stadt aus zurück kostet es nur 1 Euro.
Es gibt eine eigene Flughafenlinie, die Nummer 14. Aber auch andere Busse halten hier, solche mit Destination Krátigos. Ich hatte einen der Linie 12. Es sind alles Stadtbusse, keine KTEL–Busse. Die Fahrt zum Hafen bzw. kurz davor zum Terminal der Überland–KTEL–Busse dauert etwa 20 min. Wenn man Pech hat, muss man eine halbe Stunde oder länger warten, allerdings mit schönem Meerblick, unter Tamarisken, mindestens ein dicker bettelnder und schmusender Tigerkater als Dreingabe, oder eine schwarze Katz.

Das städtische „Busterminal“ südlich des Hafens am Meer, auch in Reiseführern erwähnt, z. B. dem aus dem Michael–Müller–Verlag, ist lediglich ein Busabstellplatz – geht bloß nicht dorthin, es wäre sinnlos. Man steigt am besten am nördlichen Ende des inneren Hafenbeckens zu, will man zurück zum Airport, an einem größeren Platz mit der Frauenstatue und den gelben Taxis vor der ersten Häuserfront; dort befinden sich auch das kleine Fahrkartenhäuschen und eine überdachte Haltestelle mit großem Busfahrplan aller städtischen Linien – die übrigens auch ganz schön weit ins Umland hinausfahren.

Wir zockeln also am Meer entlang, dann durch Vororte mit teils schön renovierten alten Villen. Auf den Hängen aus der Ferne hübsch anzusehende Dörfer im Grünen. Wegen der vielen Bäume wirkt die Insel auf mich wie ein großer Garten, ganz ungewohnt.
Ein adrett gekleideter blonder jüngerer Landsmann sitzt ebenfalls im Bus, fragt nach der Haltestelle einer bestimmten Universitätsfakultät. Schon vor Erreichen der eigentlichen Stadtgrenze steigt er aus.

Bald wird es städtischer, chaotischer und nicht mehr so schön wie in den Vororten, dafür lebhaft.
Der junge Busfahrer sagt mir, wo ich aussteigen muss, an einer unscheinbaren Stelle, wo aber linkerhand und etwas überhöht gleich das für mich so wichtige KTEL–Busterminal angesiedelt ist. Mauerwerk und Müllcontainer versperren die Sicht zur Durchgangsstraße, und der Eingang ist auch nicht auf Anhieb zu finden. Links über die einmündende Seitengasse!

Es ist einer jener alten, etwas provisorisch und liebenswert verkommen wirkenden griechischen Busbahnhöfe.
Ein relativ großer Parkplatz für die Busse, dicht an einem vergleichsweise großen und gepflegten Stadtpark. Ein recht kleiner Raum mit Sitzbank, Uhr und zwei Schaltern, einer davon für die Gepäckaufgabe zur Mitnahme und allgemeine Organisation, daneben kostenlose Gepäckaufbewahrungsregale für Reisende. Am eigentlichen Ticketschalter warten schon einige ratlose Touristen, die mit der außen angebrachten Sommerfahrplantafel nicht so ganz zurechtkommen – die ist auch nicht mehr aktuell. Man drückt mir auf meine Bitte hin einen "aktuellen" Fahrplan in die Hand, "ab 12. Juli 2005" (– ich glaube aber, die haben vergessen, die Überschrift zu ändern), das junge Mädchen ist unsicher, verwechselt auf Englisch übrigens Thursday mit Tuesday – also besser auf Griechisch fragen oder auf den wesentlich kompetenteren jungen Mann setzen, der zumeist da ist, oder auch den älteren Herrn bei der Gepäckaufgabe. Draußen, vor den Busgetümen, noch eine ramponierte Alusitzbank für Wartende mit einigen Dorffrauen drauf. Die Sicht ist von lauter Bussen verstellt. Hinter den geparkten Massentransportern liegt schon das erste Kafenío, das meist verborgen bleibt. Noch weiter hinten, schon im Park, ein großes Lokal, das auf Deutsch für sein Bier wirbt.

Ach ja, Tuesday oder Thursday: Nach Sígri im äußersten Inselsüdwesten stehen auch auf diesem SOMMERfahrplan nur lediglich zwei Busse die Woche – ob das für den Sommer wirklich stimmt? Es trifft jedenfalls für September und Oktober zu: Nur montags und donnerstags, jeweils 13:15 Uhr ab Mytilíni.
Manche verzweifeln schier, ob dieser Offenbarung. Ich empfehle den täglich fahrenden (einzigen) Bus Richtung Skala Eressoú (auch um 13:15) zu nehmen und im letzten Dorf vor der Straßenabzweigung nach Sígri hinunter auszusteigen, also in Ándissa, und dort nach einem Taxi zu fragen, denn von da sind es nur mehr knapp 17 km nach Sígri, wenn ich meiner Karte von Road Editions (1:70.000) trauen darf.

Ich selber entscheide mich für einen Mittagsbus nach Mandamád(h)os und weiter nach Skála Sikaminéas, wie es theoretisch auf Landkarten und auf Hinweisschildern heißt, dabei sagen hier wirklich alle Skala Sikamiás, aber man liest gelegentlich auch die längere Form Skala Sikaminías.
Hab also noch gut Zeit für einen ersten Erkundungsspaziergang durch die Stadt und um den Hafen herum. Das große Gepäckstück bleibt im Regal im Busbahnhof zurück.

Ein erster Blick auf die über die Dächer ragenden Teile der hinter einer Parallelstraße (= schon die Odhós Ermoú) zur Hafenfront liegenden Kuppelkirche des Hl. Therápon, sie wirkt jetzt schöner auf mich als noch vorletzten Mai von Bord der Mytiléne aus. Die Theófilos und die Taxiárchis von NEL Lines liegen an der ostwärtigen Hafenseite im rechten Winkel zueinander vertäut, und ein kleineres Ausflugsboot ist auch noch auszumachen. Ansonsten gehe ich an der Hafenwestseite an Zollbooten und zwei alten Schachteln von Marineschnellbooten mit Kanonen vorbei, die Jungs von der Besatzung lungern lässig herum, Ölfässer stehen am Kai, dann passiere ich Fischerkaikis, schließlich kommen die Jachten.

Aber erst einmal über die Straße und in ein offensichtlich äußerst beliebtes Bougátsa–Straßenlokal, dessen blaue Plastikstühle und weiße Tische trotz des irren Verkehrslärms fast ständig voll besetzt sind. Es gibt hier auch Unmengen Loukoumádhes und noch eine karamellartig aussehende andere Spezialität. Doch fast jeder bestellt seine Portion Bougátsa, ein schwitzender Mann ist hinter dem Schaufenster ständig damit beschäftigt, die spiralförmig aufgerollte Süßspeise von der Größe eines Tortenbodens geschickt und flink in kleine Stücke zu zerschnipseln, während in kurzen Intervallen Nachschub angeliefert wird – eine echte Goldgrube, die übrigens schon um halb sieben Uhr früh in stockdunkler Herbstnacht geöffnet hatte, an meinem Rückflugtag. Immerhin schon etwas ganz Typisches erlebt, diesen Morgen – und es schmeckte prima. Dazu wird unaufgefordert Wasser gereicht.

Dann noch schnell die ganze restliche Länge der Odhós Ermoú entlang bis hinter zum wirklich abgewrackt wirkenden sogenannten "Nordhafen", den es als solchen nicht mehr gibt. Blick auf das Erdölkraftwerk. Und rechter Hand auf Mauerreste der alten Festung.
Kurz vor dem Ende dieser Straße die beiden gegenüberliegenden Ouzerien (O Ermís und To Kástro), die, sooft ich da hinterwanderte, auch an späteren Busumsteigetagen und an meinem letzten Abend in der Stadt, kaum je Gäste hatten.
Die Odhós Ermoú selbst eine verkehrsberuhigte und dennoch lebhafte Geschäftsstraße, nur in ihrer nördlichen Hälfte teils noch so urig, wie man sich das so vorstellt, mit diesen kleinen Geschäften, mit den Laden–Regalen aus meiner Kindheit, wo sich aller mögliche Krempel meterhoch stapelt, auch Antiquitäten und kitschige Gemälde, dann wieder ein alter Frisörladen, eine hochmoderne Modeboutique, der Verkaufsladen einer Ouzofabrik aus der Stadt usw.
Ich hab sogar noch Zeit, schnell in der Doppelpension Thalía und Salina's Garden im Gassengewirr unweit der wohl nicht mehr benutzten Moschee nach den Zimmerpreisen zu fragen. Nur noch die schmucklosere der beiden, Salina's Garden, der Garden wahrlich nicht so doll, hat im Herbst geöffnet, momentan sei nur ein Zimmer belegt, sagt mir die Vermieterin. Es kostet für Einzelreisende wie mich 25 Euro. Hab nur mal gefragt.

Zurück Richtung Hafen über Nebensträßchen, z. T. recht urige Gässchen, punktuell mit ganz alten Kafenía und einer Menge Ouzogeschäfte. In der kleinen Odhós Thásou hinter der ersten Häuserzeile am nördlichen Hafenende eine recht urtümliche, gut von Einheimischen besuchte Ouzéri, ein paar Schritte weiter eine Metzgerei mit drei erwartungsvoll bebend, ja sprungbereit dasitzenden, mitten auf der Gasse hockenden Streunerhunden, denen ab und zu ein paar unverkäufliche Fleischreste aus Fleischerhand zufliegen, nach denen sie gierigst schnappen.
Ja die Streuner, ein ganz eigenes Kapitel wert, und speziell ganz früh am Morgen schon ziemlich unheimlich und bedrohlich, wenn eine größere Meute mit bellendem Anführer auf einen plastiktütenbestückten, einsam auf den Bus zum Flughafen Wartenden zuströmt und nicht mehr lockerlässt, weil sie die "Cakes" und Plätzchen wittern, die für zu Hause bestimmten Mitbringsel.

Und jetzt schnell zum Überlandbus. Der ist schon sehr gut besetzt. Jeder achtet hier ganz penibel auf seine auf das Ticket aufgedruckte Sitzplatznummer. Wer sich nicht daran hält, wird umgesetzt. Man erscheint lieber recht früh, um vorsichtshalber gleich seinen Sitzplatz einzunehmen. Denn die wenigen Busse sind meist knallvoll, insbesondere die Frühbusse aus den Dörfern in die Stadt und die Mittagsbusse von dort zurück (die sind eh die letzten, im Oktober). Das Bussystem auf Lesbos ist leider äußerst spärlich – drastischer ausgedrückt: eine mittlere Katastrophe –, es reicht nicht einmal für die Einheimischen aus (ich habe gesehen, wie alte Leute nicht mehr in den voll besetzten Bus gelassen wurden – Stehplätze vermeidet man hier zumindest am Anfang der Routen) – zumindest im Winterhalbjahr inkl. Frühjahr und Herbst. Das positive Gegenteil hierzu ist (wieder einmal, Pardon) Kreta, wo das Busnetz sehr dicht geknüpft ist und die Verbindungen ausreichend häufig sind. Schon Extraklasse, erst einmal in der Hitze eine Viertelstunde im Bus auf die Abfahrt zu warten, dann eingezwängt neben einer fettleibigen älteren Dame bis Mandamádhos auszuharren, zwischen den Füßen den prall gefüllten kleinen Rucksack. Aber du hast es ja so gewollt, Martin.

Vorbei an den Liegeplätzen der Großfähren geht es hinauf zum Kástro, dem zinnenbewehrten und waldumsäumten Kastell über dem Hafen, dann wieder hinunter zum ehemaligen Nordhafen und auf die Ausfallstraße Richtung Nord, das Inselkraftwerk im Vorbeifahren unter die Lupe zu nehmen. Nach einigen Kilometern ist eine der wichtigsten Inselinstitutionen erreicht: der Lidl–Markt in schöner Aussichtslage hoch über dem Meer. Kein Wunder, dass bei DEN Preisen viele auf ihn angewiesen sind.

Die Ostküstenstrecke von Mytilíni aus wird erst hinter Pámphylla richtig hübsch. Um Paralía Thermís herum findet man sich erleichtert plötzlich in wunderschönstem Olivenland wieder, je weiter nördlich, desto schöner wird es, direkt an der Ostküste. Ein Türkeiblick der besonderen Art bietet sich selbst einem Busmitfahrer beim üblichen Mittagsabstecher hinauf ins Dorf Nées Kydoniés, das auf einer kahlen Hochfläche errichtet wurde. Dort wendet das Gefährt und stürzt erneut in die Niederungen der Küste hinab – an der Einmündung ein gewagtes Rangiermanöver, um irgendwie auf die Hauptstraße Richtung Nord zurückzukommen.

In Mandamádhos endet diese Linie. Man steigt in einen der ankommenden Schulbusse um, wartet kaum 5 Minuten. Nach 2 min ist man auf der sagenhaft gut ausgebauten kurzen Straßenschleife mit Kreuzung hin zum Taxiárchis–Kloster (Moní Taxiarchón), die bald auf die wesentlich kümmerlichere alte Asphaltpiste zurückschwenkt.

Besonders schön der kurze Abstecher zum Schülerabladen ins Dorf Klió, dessen Besuch sich bestimmt lohnt.

Vorüber am Abzweig nach Kápi, Pelópi, Ypsilométopo, Stípsi. Man kann sogar hinauf auf den höchsten Inselberg fahren, die Sendeanlagen haben den Wegebau mit sich gebracht. Außen vorbei am Berghangdorf Sikamiá (= Sikaminéa), dann winden sich Serpentinen 3 km zur Küste hinab.
Eine völlig erschöpfte Mountainbikerin schiebt mit letzten Kräften ihren schweren Drahtesel bergauf. Sie sieht bedauernswert aus. Das sollte mich aber nicht davon abhalten, es ihr an insgesamt 8 Tagen gleichzutun – hab auch viel geschoben, bergauf. Aber Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was es heißt, auf dem Rückweg in kürzester Zeit kilometerweit bergab zu brummeln, das Reifengeräusch, die Bremsen schabend und fauchend und gerade nicht Feuer fangend – wenn ich mal übertreiben darf. Das heißt echtes Vertrauen in die ein bisschen angerostete Technik beweisen!

SKÁLA SIKAMIÁS ist ein nettes, sehr kleines Örtchen, immerhin mit 1 Bäckerei, einem recht spärlich bestückten Lebensmittelgeschäft (mit sehr gutem Rotwein aus Límnos, leider in Plastikflaschen abgefüllt), drei Tavernen am Hafen (plus einer weiteren etwas westlich, außerhalb), zwei Cafés eher neueren Stils, etlichen Zimmervermietern (auch mal in die zwei Parallelgassen am westlichen Ortsende gucken – da wimmelt es förmlich von kleinen Pensionen für eine Siedlung dieser Größe, und wer will, bekommt ein Zimmer mit Blick auf Orangenbäume oder Olivenhaine) und einem Hotel, dem Gorgóna mit dem relativ gut Deutsch sprechenden Besitzerehepaar, bei dem ich gewohnt habe. 25 Euro (ohne Frühstück) und viel Herzlichkeit und schöne, nicht überkandidelte Zimmer mit Balkon. Ich war zunächst alleiniger Gast. An meinem Ankunftstag war eine deutsche Gruppe gerade abgereist. Gegen Abend entdecke ich auf dem Balkon neben mir ein weiteres Männergesicht. Es ist das eines sehr sympathischen jüngeren Uni–Profs aus NRW.

Am selben Nachmittag lag das Ausflugsboot aus Pétra u. Mólyvos bis etwa 15:30 Uhr im kleinen Hafenbecken. Nur wenige Tage später wurde diese Verbindung eingestellt. Erstaunlich viele Leute bestiegen es für die Rückfahrt, darunter Wanderer, die den Herweg zu Fuß absolviert hatten.
Viele lassen sich gleich in die blauen Liegen auf dem Oberdeck plumpsen und setzen den Bräunungsprozess fort. Bis Eftaloú (auf Landkarten auch Efthalóu geschrieben und wahlweise mit "t" oder dem englischen/griechischen stimmlosen "th" zu sprechen) gibt es ja eine tägliche öffentliche Busverbindung (mehrmals täglich, auch sonntags), die beginnt in Ánaxos. Und von der Endhaltestelle bei der superguten Taverne Eftaloú sind es auf der Staubstraße nur mehr etwa 10 km bis Skála Sikamiás. Wenn man erst die Strände entlanggeht und dann auf die Staubstraße, spart man sich einige Kilometer. Ein paar Meter Klettern, niedrigster Schwierigkeitsgrad, ist am Ende des letzten Eftaloú–Strandes erforderlich – höchstens für sehr ängstliche oder äußerst trittunsichere Leute ein Problem, eigentlich ein Witz. In der Mitte der Strecke hatte noch im Oktober eine kleine Taverne geöffnet, in der ich leckeren Fisch (kleine Marídhes) und Salat serviert bekam, auf einem Mountainbike–Ausflug nach und zurück von Skala Sikamiás von Pétra aus.

Die Kirche der Panajía Gorgóna mit dem hübschen Feigenbusch zur Seite auf einem kleinen Fels über dem Häfchen sieht recht nett aus, ist jedoch innen nichts Besonderes. Sie wird nachts angestrahlt. Etwas unterhalb, auf Bänken unter Tamarisken, sitzen abends die Fischer und unterhalten sich über die in den Tavernen speisenden wenigen Touristen, über Fisch und Wetter, über Gott und die Welt.
Das Preisniveau in Skála Sikamiás liegt teils deutlich unter dem von Petra. In einem der Cafés kostete der Nescafé nur 1.50. Ein Glas Ouzo dagegen 2.50, es wurde mit einem ziemlich unpassenden selbstgemachten, unangenehm übersäuerten Frischkäse (!) gereicht. Die Tavernen habe ich nicht ausprobiert, da ich abends mit reichlich Mezé versorgt wurde, im Gorgóna, und das waren echt gute. Im zweiten Café am Hafen, das um die Ecke gehende, sitzt man recht schön, bei freundlicher Bedienung. Aber bitte die 6–Euro–Mezédhes (wahlweise Fisch oder Wurst) zum Ouzo meiden. Die Mezédhes 1 km weiter draußen, in der "Welle", im To Kýma, sind übrigens besser, wenn ich dort auch außer ein paar einheimischen Gelegenheitsgästen keine Besucher mehr antraf.

Nachdem ich mich also mit dem zweiten Hotelgast im Gorgóna per Balkonkontakt angefreundet hatte, kam es tags darauf zu einem gemeinsamen Autoausflug. Wir krochen, häufig im Schritttempo, die Staubstraße nach West. Empfehlenswert ist ein kleiner Spaziergang diese Straße entlang wenigstens 2 km Richtung Eftaloú. Denn hier befindet man sich bald zwischen über 8 m hohem Schilf und Meer, geht zwischen Oliven seines Wegs, wie durch einen Garten in völliger Stille. An Gittertoren und Zäunen immer wieder das Schild "Bio–Bauernhof" (griech.: Viologikó Agróktima). Selten nur fährt ein Auto vorbei, kommt ein Roller, kommen Wanderer durch, kaum ein Fahrrad. Aber diese Strecke ist ein echter Teerungskandidat, es dürfte nicht mehr lange dauern, bis Asphalt und zunehmender Verkehr die Wanderer vertreiben. Spätestens nach 3 oder 3,5 km treten die Oliven landeinwärts zurück. Das ist nach dem Abzweig hinauf ins Bergdorf Lepétymnos und der bald darauf auftauchenden Taverne (die wohl ganzjährig geöffnet hat, als Kafenío zumindest, da die Besitzerfamilie dort wohnt). Nur wenige hundert Meter westlich der Taverne finden sich untermeerische heiße Quellen direkt vor dem Strand. Man sagt, sie seien am aufsteigenden Dampf zu erkennen. Dies trifft wohl nur auf die kalte Jahreszeit zu. Die Stelle ist kaum auffindbar, nicht (mehr) gekennzeichnet. Man muss es auf gut Glück versuchen.

Nun ändert sich der Landschaftscharakter merklich. Wir befinden uns in der Übergangszone in die kahlere vulkanische Westhälfte der Insel. Weitständige kleinstblättrige Eichen werden neben Halbsträuchern und Polsterbüschen landschaftsprägend. Man geht als Wanderer jetzt nicht mehr durch einen schattigen Ölbaum–Hain, sondern in der prallen Sonne. Nach einem steilen Anstieg fällt die Straße wieder hinunter fast auf Küstenniveau, kommt einem nicht sehr einladend aussehenden Strand sehr nahe.
Genau an dieser Stelle empfiehlt es sich, die vielleicht 5 bis 10 m die Böschung hinunterzusteigen auf einen großen und einen kleineren, mit 2 oder 3 Spitzen versehenen Felsen daneben zu und die Wanderung an zunächst schmalen und unansehnlichen Stränden entlang fortzusetzen, um viel Weg abzukürzen. Es geht vorbei an von Robinsonen errichteten Fantasiegebilden, Gestängen, Holzverbauen, verziert mit allem möglichen Strandgut, einem Kreisgebilde aus lauter angeschwemmten Schuhen, gestrandeten türkischen Multifruchtsaftgetränkepackungen, viel Treibholz und Schiffsabfall, auch erstaunlich vielen hinterlassenen Gummiboothülsen. Schon nach etwa 15 bis 20 min ist nach kurzem Klettern über und zwischen ein paar Felsen der südlichste Strand von Eftaloú erreicht (bitte keine Bange – eher 2 oder 3 Meter weg vom Wasser durchsteigen als direkt an der Brandung; von der Wasserlinie aus erscheint alles ziemlich steil, wenn man von Ost her kommt, was sich bei nur etwas anderem Einstieg als völlig harmlos entpuppt; der Einstieg aus Richtung Eftaloú ist viel einfacher zu finden). Die ersten Nacktbräuner blicken einen erstaunt an.

Wir aber fahren die Staubstraße weiter, die mehrmals taleinwärts kurvt, auf kilometerlangen Umwegen im Vergleich mit der Strandwanderung kommen wir schließlich über der etwa 200 Meter hinter den Thermenhäuschen gelegenen Taverne (Chrissí Aktí heißt sie, glaub ich – der Name ist falsch gewählt, weit und breit kein güldener Sandstrand, sondern Kiesel!) an, die nur an ihrem Schild auszumachen ist und das kleine ehemalige Kloster flankiert, wo seit Jahren SKR–Kurse (Studienkontaktreisen Bonn) stattfinden. Da man hier schlecht parken kann, fahren wir noch etwas hangab und stellen das Gefährt 50 m oberhalb des Weges ab, der zu den Thermenhäuschen abzweigt.
Erste Tuchfühlung mit einer sehr idyllischen Ecke der Insel, die jetzt, Ende September, keineswegs überlaufen, vielmehr eher spärlich besucht ist.

Eftaloú. Nach 1 min steht man vor dem neuen Badehaus, wo man sich ein Wannenbad im schwach radioaktiven Wasser gönnen kann. Liebhaber älterer Methoden begeben sich besser gleich ins alte, außen weiß gestrichene Gewölbe von Badehäuschen ein paar Schritte weiter mit seinen Lüftungsöffnungen oben im Dachbereich und dem Gemeinschaftsbecken mit dem heilenden heißen Nass. Vorher und anschließend im Meer schwimmen sorgt für Reinigung bzw. Abkühlung. Es schwammen denn auch einige, stakten unsicher über Großkiesel und abgerundete Steine in die Fluten.

Wir nehmen hinten am Beginn des fünften Strandes unser Bad. Wie erträglich die Wassertemperaturen doch noch sind. Schön, drüben die Moschee mit ihrem schlanken Minarett und weiter östlich den dickeren weißen Leuchtturm im Blick zu haben – Tuchfühlung mit Kleinasien. Sehr angenehme Kiesstrände sind das, die von Eftaloú. Sie fallen aber sehr schnell in die Tiefe ab, sind also für Kleinkinder nicht besonders geeignet.
Nachher gehen wir rein ins kleine Ex–Kloster, ein langer Tisch im Hof, einen Blick in die Kirche, einen auf das Denkmal mit dem Grab davor, eines heimgekehrten Weltreisenden. Hinten überhöht eine provisorische Halle für Veranstaltungen von SKR. Eines der neun Doppelzimmer können wir leider nicht besichtigen. Tagsüber ist hier zwar ein wenig Trubel, aber abends und frühmorgens muss es paradiesisch sein und voller Ruhe.

In der Taverne unmittelbar neben dem Ex–Kloster werden wir ausnehmend muffig empfangen. Als wir fragen, was es zu essen gebe, verweist uns die junge Wirtin mit einer Geste auf die Tafel im oberen Bereich des terrassierten Lokals. Dort sind leider wie fast überall auf der Insel auf solchen "Anlockungstafeln" keinerlei Preisangaben bei den einzelnen Gerichten notiert. Kleinigkeiten, die wir gerne hätten, gibt es nicht. Wir belassen es bei Getränken und beschließen an einem anderen Ort zu essen. Kein Wunder, dass ich hier bei mehreren späteren Besuchen immer nur ein oder höchstens zwei Paare essen gesehen habe – meist nur 1 einziger Tisch besetzt war.

Wir suchen nun die im Müller–Buch empfohlene Taverne, fahren aber glorios an ihr vorbei, da wir sie nicht derart nahe vermutet haben, gleich nach unserem Start, und uns auch kein allzu auffälliges Schild ins Auge springt. Bald sind wir an der Südseite von Mólyvos angelangt, die Burg schon recht nah, suchen den Abzweig hinauf nach Vafiós. Der liegt aber ganz unten an der Einfallstraße von Pétra her, wenn man nicht mit einem Feldweg vorlieb nehmen möchte.
Noch vor Vafiós erlebe ich zum ersten Mal das "Donkey Trekking" eines ortsbekannten Eselschinders (das erfahre ich von einem Engländer, der seit 21 Jahren in Petra urlaubt), der gerne zur Peitsche greift und mit ihr nicht nur in der Luft herumschnalzt, sondern auch auf den Hinterteilen der armen Tiere. Die breite Asphaltstraße herab zieht eine erstaunlich lange Karawane von Eseln mit etwa 25 Touristen drauf. Muss eine ganze Weile dauern, bis die im 5–km–pro–Stunde–Tempo unten sind – eine sehr monotone Route ohne jeglichen Charme in praller Sonne! Kostet 20 Euro pro Person, wie ich später lese, denn 4 Tage darauf bin ich wieder in der Gegend und beobachte vom Mountainbike aus, wie eine nun kleinere Eselreitergruppe erst einmal den Feldweg außerhalb von Mólyvos Richtung der Bergstraße Lepétymnos – Vafiós entlangtrottet, ganz am Ende der fluchende Eseltreiber.

Mein Lenker hat keine große Lust, mittags in Vafiós einzukehren, wir fahren also außen vorbei, sichten einige nach Abzug der Sancho Pansas nun gästelose Tavernen.
Diese Strecke ist wirklich schön, ein Augenschmaus. Auf halber Höhe zwischen Bergen und Küste geht es durch viel Grün. Kiefern stehen auf den Hängen, der höchste Gipfel grüßt mit Sendern, er wirkt relativ nah, ist ja auch nur 968 m hoch. Ob es nun der "Vígla" ist oder der "Profítis Ilías", darüber möchte ich nicht streiten, denn wer weiß, das griechische Militär arbeitet ja mit an den Karten von Road Editions, und da geschehen manch sonderbare Dinge, noch dazu, da die Türkei, früher ausgesprochenes Feindesland, so nah ist. Für Aufklärung wäre ich Lésbos–Kennern dankbar. Die meisten davon scheinen nur einen Profíti Ilía zu kennen, auch hier (denn die gibt es zuhauf, auch auf Lesbos), und als höchsten Inselberg. Und auch Einheimische haben mich etwas ungläubig angeguckt, wenn ich von einem "Vígla" sprach, auf den eine Straße raufführe.

Wir treffen also zur nachmittäglichen Ruhezeit auf der Platía von Árgenos/Árjenos ein, wo immerhin eines von drei Kafenía geöffnet hat. Die bekannte Beäugung der Fremden durch ortsansässige Stammgäste, aber eher unauffällig. Ein paar Dörfler tauchen zusätzlich um uns herum auf, nehmen Platz. Die Aussicht vom rückwärtigen Teil der Terrasse ist grandios, alles grün, der höchste Gipfel erscheint ganz nah. Ein Glas Wein (aus Límnos), eine Limo, Wasser, großer Salat, ein paar Spiegeleier, ein Teller Oliven, und Brot. Es reicht gut für zwei. Kostet 9 Euro. Ich gehe zum Bezahlen rein. Ein sehr hübsches Kafenío ist das, mit freundlichen Betreibern. Vielleicht wegen unserer Anwesenheit haben plötzlich auch die beiden Konkurrenzkaffeehäuser geöffnet. In anderen abgelegenen Dörfern ist von 1 Uhr bis mindestens 4 Uhr zu. Der KTEL–Bus mit den Schulkindern kommt. Parkt hier bis zum kommenden Morgen, da der Fahrer hier wohnt.

Wir machen einen Besichtigungsgang durchs Dorf. Einige gestiftete Brunnen mit alten Inschriften, die mein Begleiter, der Altphilologe mühelos entziffert. Immer höher steigen wir den Hügel hinauf, um ihn herum, bis uns zwei Frauen anreden und wohlmeinend ins Museum schleppen. Dort hat ein Schriftsteller gearbeitet, sein Arbeitszimmer und etwa 100 Bücher sind zu sehen. Auch von seinem Sohn gibt es Ausstellungsstücke. Zusätzlich wurden andere alte Gegenstände aus dem Dorf hier zusammengetragen. Wir spenden zum Schluss und verabschieden uns freundlich. Fast jedes Dorf hat so ein Museum, meint mein Begleiter.

Auf geht's, oben an Lepétymnos vorbei, das Dorf liegt ein Stück unterhalb der Straße, Richtung Sikamiá (= Sikaminiá). Leider halten wir dort nicht auf einen Kafedháki, aber es wäre höchstwahrscheinlich eh geschlossen gewesen. So fahren wir außen unterhalb des Dorfes vorbei, biegen auf die Serpentinenstrecke hinunter nach Skála Sikamiás ein. Denn mein geschätzter Lenker will noch ein Bad nehmen, am Strand von Kajiá (= Kagiá). Der liegt unweit östlich von Skála Sikamiás, ist tamariskenbestanden und SEHR grobkieselig bis großsteinig. Hätte zur Hochsaison auch eine Taverne mit schattigem Garten, die bereits zu ist. Weiter südlich liegt noch eine Reihe kleinerer Strände, wo es z. T. sehr gemütlich und idyllisch zugehen soll; sie sind zumindest AUCH von Klió aus erreichbar. Hätte ich jetzt nur ein Fahrrad. Aber in Skála gibt es keinen Verleih, dafür ist der Ort zu klein. Mietfahrräder sind also aus Mólivos oder Pétra heranzuschaffen.

Ich lasse meinen Bekannten hier zurück und begebe mich zu Fuß auf den Rückweg nach Skála und zu meiner Unterkunft, weiß, dass es einen Fußpfad dorthin geben muss, der am kleinen Strand am Ostende des Örtchens endet bzw. beginnt. Man braucht nur das Asphaltsträßchen etwa 300 m zurückgehen, bis ein Feldweg von rechts her einmündet. Bitte NICHT vorher eine gewagte Felsenkletterei über dem Meer beginnen. An einem Pfad zwischen Felsen sind die verwegenen und diesmal auch gefährlichen Bemühungen vieler unwissender Vorgänger zu erkennen. Der Pfad endet hier aber sogleich, ist viel zu riskant.
Der Feldweg dagegen ist nur zwei Gehminuten von besagter gefährlicher Stelle beim westlichen Strandende entfernt, die Straße lang landein hinter dem Felsenkap. Zwischen zwei Gehöften in den Oliven mit viel Tieren, auch Federvieh, geht man nur etwa 200 m, bis sich der Weg zum Pfad verengt. Kaum hat man sich über diesen Bilderbuch–Wanderweg gefreut, steht man schon über dem Oststrand von Skála S., passiert beim Runtersteigen einen linker Hand aufgehäuften großen Stapel Eselmist. Die ganze Strecke vom Kajiá–Strand nach Skála oder umgekehrt ist so in gut 10 min zu schaffen.

Abends entscheidet sich mein Bekannter und Zimmernachbar, noch einen Tag in Skála zu bleiben, bevor er nach ATH weiterfliegt, verzichtet auf Polychnítos – man muss ja nicht alles gesehen haben, beim ersten Besuch einer Insel. Ich aber bleibe hart, will tags darauf über Mytilíni nach Skála Eressoú aufbrechen.

So haben wir zusammen noch unser abendliches 6–Euro–Mezé–zum–Ouzo–Frusterlebnis vor dem einen Hafen–Café, denn meine Fische waren alle aus Konserven, und seine Wurstvariationen zu fettig und geschmacklos. Ein Hund war darüber hocherfreut – ihm hat's geschmeckt, der nimmt, was er bekommen kann. Hundedinner an einer dunklen Ecke des Hafenkais, während Fischerboote raustuckern, große wie kleine.

Schöner für uns war eine Diskussion mit unserer gut Deutsch sprechenden Zimmervermieterin über Merkel und Schröder und wer jetzt wohl, und warum, und wie das die Deutschen sähen – die griechischen Zeitungen seien voll davon.

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