Teil 9: Zwischenstation Rhódos
Copyright puchheim = MartinPUC, Mai 2011


Die Dodekánisos Pride fährt, von Kálimnos kommend, ausnahmsweise einmal nördlich und östlich an Psérimos vorbei, so bietet sich eine für mich neue Perspektive, offenbart sich die „Inselrückseite“ erstmals meinem Auge. Gewohnt kahle und einsame Landstriche mit einigen hübschen Buchten.

Bei der Annäherung an Kos-Stadt überkommt mich zum wiederholten Mal die Lust, doch einmal ein paar Tage mittendrin in dieser so Schönen zu verbringen, ihr unleugbares Flair, ihre hübschen Altstadtgassen mit der üppigen Flora langsamer als bei meinen früheren Kurzbesuchen auf mich einwirken zu lassen, von hier aus ins Landesinnere zu exkursieren. Doch ich hab ja bis Rhódos durchgebucht, bereits 38 Euro für die Fahrt hingeblättert. Und ich freu mich auch auf dieses andere Ziel und alles Neue, das ich dort und auf Kastelórizo wieder erleben darf.

Also weiterrasen auf der Pride, den Wind um die Ohren, an dieser extralangen, so grünen türkischen Halbinsel vorüber, der sich in früheren Jahren die GA-Fährschiffe sprichwörtlich bis auf wenige Meter näherten, ohne Flaggenwechsel, versteht sich.
Sími greifbar nahe, die ersten Flugzeuge in Sicht, Landeanflug auf Rhódos, das gilt bald auch für unser rasantes Bötchen.

Ich hab’s nicht weit, vom Kolonna-Hafen zu meiner Altstadtunterkunft unweit des Seepferdchenbrunnens. Werde insgesamt drei Nächte bleiben, allerdings erst mal eine Nacht, später dann noch zwei Nächte. Die Vorankündigung weiterer Üs nach Rückkunft von Megísti reduziert den Zimmerpreis.
Allmählich kommt Freude auf, nachdem ich das schwere Gepäck los bin. Gleich rauf ins Tonnengewölbe, den Gemeinschaftsraum im Freien, die Lage peilen. Einer der Tische ist demonstrativ belegt, jedoch kein Mensch da. Aha: Stammtisch, dauerreserviert – neue Sitten!

Ist ja bereits Abend, also erst einmal in einem der Büros in dem alten Bau gegenüber der Einfahrt zum Kreuzfahrthafen meine Fahrkarte für morgen früh kaufen. Kostet mit der Protéas (Protéfs, deutsch: Proteus) 18 Euro. Dann Vorbeischaun im Neuen Markt, bei meinen zwei kleinen Stamm-Kafenía. Besonders heimelig fühle ich mich diesmal beim alten Státhis direkt neben dem Toreingang zum Mandhráki-Hafen.
Nach etwas Schiffegucken wieder zurück zu meiner Altstadtpension. Oben auf der gemeinschaftlichen Freifläche finde ich am „Stammtisch“ ein älteres Paar aus dem Rheinland vor, das sich ziemlich selbstherrlich benimmt. Mit denen ist nicht gut Kirschen essen, nur gut, dass ich gleich am nächsten Morgen weiterziehe.
Aber den Abend in dieser wunderschönen, meerumgebenen Stadt und den Nachtspaziergang auf dem Noppenpflaster zwischen schwach beleuchtetem ockerfarbenem Gemäuer hab ich wieder sooo genossen!

Copyright puchheim = MartinPUC, Mai 2011

Ein Schlenker nach Kastel(l)órizo



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