Petra -
Fassadenstraße,
Theater und Königswand


Noch gefangen von der Anziehungskraft, die das Khazne auf uns ausgeübt hat, biegen wir um die Ecke und finden ein ganz anderes Panorama vor. Zunächst gelangen wir auf einen kurzen Stichweg, den Äußeren Siq, der beiderseits umstanden ist von beeindruckend hohen und teilweise schon sehr verwitterten Gebäudefassaden.




Grab Nr. 70


Der Äußere Siq mündet in die sogenannte Fassadenstraße, auf der sich die Fronten gleichartig aussehender Zinnen- und Treppengräber homogen aneinanderreihen und einen lebendigen Platz umsäumen.




Im Schatten einer Höhle auf der rechten Seite lassen wir uns auf einer steinernen Bank nieder. Von hier aus kann man die gesamte Szene in Ruhe erfassen. Jemand singt ein Lied mit klarer Stimme. Sie gehört einem älteren Beduinen, der vielleicht 10 Meter entfernt am Wegesrand hockt. Eigentlich singt er recht leise, doch das leichte Echo hat verstärkende Wirkung.
Viele Händler sind unterwegs, auch Kinder. Sie verkaufen Postkarten, Schmuck und Steine und versuchen oft, dem Vorbeigehenden einen Besuch an einem größeren Verkaufsstand schmackhaft zu machen. Oder einen Ritt auf einem Kamel oder Esel, was auch gerne angenommen wird.



Marguerite von Geldermalsen, eine Neuseeländerin, beschreibt in ihrem Buch Im Herzen Beduinin ihre Ehe als junge Frau mit einem Beduinen und das Zusammenleben in Petra auf sehr eindrückliche Weise.
„Unter uns erstreckte sich Petra wie eine bewohnte Landkarte. Wir sahen die Felsnase unserer Höhle und das Zelt, das man für unsere Hochzeit aufgestellt hatte. Wir sahen Mädchen, die mit Blechkanistern beladene Esel vor sich hertrieben, Ziegenhirten, die Felsstufen hinab ihrer Herde folgten, Holzsammler, Reiter, die gemächlich dahinritten, Souvenirverkäufer – und die Beduinen, die nach Hause eilten. Die ehemals nomadischen Beduinen, deren Stamm ich angehören würde.“ (S. 69)




Nach der Aussiedlung (bis 1985) in ein eigens in der Nähe errichtetes Dorf empfand die Autorin das neue Leben in festen Steinhäusern als Verlust einer Lebensweise:
„Die Beduinen stellen nicht mehr ihre Ziegenhaarzelte auf den langen, windgepeitschten Bergrücken von Petra auf. Sie wohnen nicht mehr in der Sicherheit ihrer alten Höhlen und schlafen nicht mehr unter dem Sternenhimmel. (...) Die Beduinen haben sich in Umm Sayhun niedergelassen, doch tagsüber bevölkern sie die Ruinen von Petra. Sie lassen sie lebendig werden – sie bringen Touristen mit ihren Eseln zum Großen Opferplatz und zum Kloster, mit ihren Kamelen ins Wadi es-Sabra und zum Jebel Harun, und locken sie mit allen Mitteln in den Schatten auf eine Tasse Minztee.“ (S. 346/7)


Es stimmt, die Menschen gehen in großer Zahl tagsüber ihren offensichtlich gut florierenden Geschäften in Petra nach. Was die Autorin aus ihrer subjektiven Sicht vor dem prägenden Hintergrund ihres Lebens in jener Zeit schildert, erleben wir heute - als Touristen - als ein permanentes Buhlen um unsere Kaufkraft. Nach einigen Stunden geht es uns ziemlich auf die Nerven. Wir fühlen uns auf Geldbringer reduziert, unser Menschsein, unsere augenblicklichen Wünsche und Bedürfnisse bleiben außer Acht. Und umgekehrt fühlt es sich auch so an: Die Geschäftstüchtigkeit überragt die Menschen, die hinter dieser Fassade fast verborgen bleiben. Eine zwischenmenschliche Begegnung jenseits des Business scheint kaum möglich. Auswüchse des (Petra-)Tourismus. Und so mag so mancher Händler denken: Wenn Touristen es sich leisten können, 90 JOD für ein Ticket zu bezahlen oder 200 JOD für eine Übernachtung, dann werden auch ein paar JOD für Andenken übrig bleiben. Und wer nicht fragt, geht leer aus. Also fragt man. Und zwar pausenlos.
Der Sänger, den wir eben gehört haben, ist schon seit einiger Zeit verstummt und unterhält sich mit einem Kollegen, während wir langsam unsere Pause beenden und zu einem weiteren Teil unserer Erkundung Petras aufbrechen.
Etwas weiter unterhalb, linkerhand, befindet sich ein großes Theater. Man nimmt an, dass die Sitzreihen bis zu 7.000 Personen aufnehmen konnten! Zur Zeit unseres Besuches (Oktober 2010) ist der Theaterbereich für den Publikumsverkehr jedoch nicht zugänglich.


An diesem Bauwerk kann man den Einfluss fremder Kulturen auf den nabatäischen Baustil deutlich nachvollziehen: „Nabatäisch ist der Felsbau der Cavea, die Sitzreihen wurden unmittelbar aus dem gewachsenen Gestein gemeißelt; griechisch ist die Hanglage, zugleich hält sich das Theater in seiner Form jedoch an das römische Halbrund (...).“ (Dumont, S. 339)


Hinter den steinernen Sitzen, in einer Felswand, befinden sich Grabnischen. Sehr außergewöhnlich, dass die Besucher zu jener Zeit die Theateraufführungen mitten in einer Nekropole, im Schatten ihrer Ahnen, erleben wollten, und Laborde interpretierte: „Merkwürdig die Geisteshaltung eines Volkes, das sich so an den Gedanken des Todes gewöhnte, dass es ihm gegenüber unempfindlich wurde.“ (Bourbon, S. 26)
Schräg gegenüber dem Theater erkennen wir die glatte Fassade des zwischen 70 und 76 n. Chr. entstandenen Uneishu-Grabes, das auch als Grab Nr. 813 bezeichnet wird. Es gehört zwar zu den Königsgräbern, die noch weiter unterhalb liegen, doch steht es losgelöst an anderer Stelle, über einigen kleineren Grabhöhlen. Uneishu war der Minister der Königin Shaqilat, die mit ihrem Bruder und Gatten Malichus II sechs Jahre lang regierte.


Der geweitete Weg setzt sich fort. Linkerhand befindet sich ein Café mit hölzernen Sitzbänken, wo man auch Lunchpakete, kalte Getränke und einen wundervollen arabischen Mokka mit Kardomom oder schwarzen Tee mit Minzblättern bekommt. All die Köstlichkeiten genießt man mit einem unglaublichen Blick auf die gegenüberliegende Königswand, einen langgezogenen Fels mit monumentalen Gräbern: Ganz links das breite Palastgrab; daneben, halb um die Ecke das korinthische Grab mit der verfallenen Tholos.


Schon recht verwittert ist auch die Fassade des rechts daneben gelegenen Seidengrabs. Am auffälligsten jedoch erscheint das etwas zurückversetzte Urnengrab mit seinem gewaltigen Aufgang. Erst die menschlichen Winzlinge davor vermitteln einen Eindruck der tatsächlichen Größe.


Noch einige andere, nicht ganz so kolossale Grabbauten befinden sich auf der Breite der Königwand, die wir vom Café auf der anderen Seite des breiten Hauptweges aus bewundern können. Bis hoch hinein in den Fels wurden diese angelegt, und überall klettern Besucher herum und bestaunen diese außergewöhnlichen Grabstätten.
Um uns herum wechseln sich Touristen auf den Bänken des Cafés ab, ein babylonisches Sprachengewirr umgibt uns: hartes Spanisch, melodiöses Italienisch, kehliges Amerikanisch, sachliches Deutsch. Wir vernehmen osteuropäische und fernöstliche Laute. Und überall flanieren französische Reisegruppen. Viele der Besucher sind schon älteren Semesters; einige bewegen sich mit Nordic-Walking-Stöcken, die meisten tragen praktische Rucksäcke. Viele Gruppen sind mit einem Reiseführer unterwegs. Einige Frauen haben ihre Köpfe mit Tüchern verhüllt, andere laufen in kurzen Hosen herum. Jeder scheint zielgerichtet unterwegs zu sein. Die Szenerie vermittelt den Eindruck, dass nichts und niemand einen Reisenden, der es geschafft hat nach Petra zu kommen, aufhalten kann, weil man in diesem weitläufigen Gelände möglichst viel aufnehmen will.
Lange sitzen wir hier im Schatten, bestaunen die architektonische Finesse der nabatäischen Baumeister und stärken uns mit noch mehr Getränken. Durch die thermischen Verhältnisse ist ein kleiner Staubteufel entstanden.


Schließlich möchten wir uns die Details der Königswand aus der Nähe anschauen, klettern jedoch nicht direkt hoch zum imposanten Urnengrab, sondern wollen die Szene von links aufrollen, von der Seite des Palastgrabes.
Dazu muss man ein wenig ausholen, folgt einem Pfad bergan, der von einigen Verkaufsständen gesäumt ist, und steht dann auf einer Plattform, von wo es nicht mehr weiterzugehen scheint. Eine Beduinin mit mehreren Kindern winkt uns heran, doch wir grüßen, und marschieren an ihr vorbei, glauben, dass uns ein schmaler Pfad durch die Felsen auf eine darunter liegende Plattform vor dem Palastgrab bringt. Das funktioniert aber nicht, wie uns ein etwa zehnjähriges Mädchen glaubhaft versichert. Selbstbewusst dirigiert sie uns über Stufen und Felsblöcke, reicht mir ihre Hand zum Abstützen und flugs sind wir am Ziel angelangt. Wir loben sie, und Alex drückt ihr 1 JOD in die Hand. Sie ist freundlich und bedankt sich, ist jedoch der Meinung, sich noch mehr verdient zu haben. „Give me your water!“, und der letzte Wasserrest wechselt den Besitzer. Dann wollen wir weitergehen, doch ein anderes Kind kommt heran, ein kleiner Fratz mit fehlenden Schneidezähnen und wahnsinnig knuffig. Er strahlt über das ganze Gesicht, während er Alex einen Kieselstein in die Hand gibt. „One Dinar“, ruft er immer wieder, und ist ganz glücklich, zwei potentielle Käufer gefunden zu haben. Irgendetwas amüsiert ihn königlich, denn er kugelt sich immer wieder vor Lachen. Nur kurze Zeit später (wir haben ihm den Stein zurückgegeben, weil wir tatsächlich nichts kaufen, sondern die Gräber besichtigen wollen) erscheint ein Mädchen von vielleicht 12 Jahren und stellt sich just neben Alex, als ich ein Foto von ihm machen möchte. Unter dem Arm trägt sie einen ganzen Korb voller Kieselsteine. „Give me your money!“ schreit sie mich an. Ziemlich genervt entgegne ich auf Englisch: „Ich will dir mein Geld nicht geben! Warum willst du mein Geld?“ – Ihre prompte Antwort: „Weil du Geld HAST!“
Irgendwie verspüre ich Lust, ihr ein paar erklärende Sätze dazu zu sagen, doch ich ahne, dass sie auf Unverständnis stoßen werden. In ihren Augen sehe ich die einfache Gleichung: Touristin (+ Kamera) = Geld. Ich schicke sie weg. Sie ist böse mit mir. Warum kaufe ich ihr keine Steine ab? Nicht mal einen? – Auch ich bin etwas ungehalten, aber nicht wegen der direkten Aufforderung dieses Mädchens, sondern wegen der nun schon stundenlang anhaltenden, pausenlosen Belagerung. Es nervt!
Entsprechend möchte ich auch mein Verhalten für die restliche Zeit in Petra ändern. Ich sage auf ein Angebaggere nicht mehr höflich „No, thank you“, sondern gehe einfach weiter. Und mein Gewissen ist vollkommen rein, als mir Alex von einem kleinen Jungen erzählt, den er beobachtete, wie er seine prall mit Geldscheinen gefüllten Hosentaschen zu einem Kassensturz leerte.
Ich frage mich, ob es zu nabatäischer Zeit auch so zuging. Statt der Touristen kamen Karawanen mit begehrenswerten Gütern. Gleichzeitig wollte man selbst Waren verkaufen. Sicherlich wurde gefeilscht. Hat man die Ankömmlinge auch so bearbeitet? Die Nabatäer sind ja bekannt geworden für ihren Geschäftssinn. Gut vorstellbar, dass die Beduinen von heute die Tradition von damals einfach nur fortsetzen.
Schließlich gehen wir weiter, um uns jetzt doch den Königsgräbern zu widmen. Sicherlich wirkten die Halbsäulen im oberen Stockwerk des Palastgrabes majestätisch, als sie noch nicht so sehr der Verwitterung anheim gefallen waren. Vor allem beeindruckt uns die fast 50 Meter breite Front mit den verschiedenen Eingängen. Im Innern des Gebäudes schimmert der Sandstein in allen Farben.







Aufgrund fehlender Inschriften kann man auch das Korinthische Grab nicht eindeutig zuordnen. Wahrscheinlich handelte es sich um ein Sammelgrab für einen hohen Würdenträger und seine Familie.
Sicherlich wirkte die 28 Meter hohe und fast 25 Meter breite Fassade sehr auffällig in der Reihe der Königsgräber. Durch seine exponierte und ungeschützte Lage an einer Ecke der Wand hat der Zahn der Zeit schon besonders tiefe Spuren hinterlassen. Doch Halbgiebel und Tholos im oberen Stockwerk sind noch gut zu erkennen.





Auch die Treppenfassade des Seidengrabs ist in seiner ursprünglichen Form nur noch schemenhaft erkennbar, doch gerade durch die starke Verwitterung schimmern die Farben des Sandsteins wie fließender, seidig-glänzender Stoff.


Auf unserer Kletterpartie sind wir nun am imposanten Urnengrab (40 – 45 n. Chr.) angekommen. Ein Treppenaufgang führt hinauf zu einem großen Vorhof, der von einer Arkadenreihe begrenzt wird.




Nicht nur seine außergewöhnliche äußere Form fasziniert den Besucher. Durch den verzierten Eingang gelangt man in einen großen Innenraum, der im 5. Jahrhundert auch schon einmal als byzantinische Kirche gedient hat.


Ein junger Beduine liegt dort in einer der Nischen und singt mit schöner Stimme ein Lied. Ich setze mich auf die andere Seite des Raumes auf den Boden um ihm zuzuhören.


Mehrere Touristen kommen herein; er hört auf zu singen und verlässt den Raum. Für Einheimische sieht es bestimmt lustig aus, wenn Menschen sich vor leere Wände stellen um diese abzufotografieren. Doch die Maserungen des Gesteins animieren förmlich dazu. Nachdem die meisten Besucher weiter gezogen sind, kehrt der junge Mann in seine Nische zurück und fängt wieder mit seinem eingängigen Singsang an.
Nach einer Weile gehen auch wir wieder nach draußen. Vom Vorhof des Urnengrabes kann man einen größeren Teil Petras überblicken und erhält eine Vorstellung davon, wie weitläufig das Gebiet tatsächlich ist; es kommt schon Vorfreude auf den nächsten Tag auf, an dem wir weitere Stadtteile erkunden möchten.


Doch zunächst klettern wir noch eine ganze Weile hier im Fels herum, folgen Pfaden, die ins Nichts führen oder auf Treppenstürze, deren Bestimmung sich nicht mehr erschließt. Verwitterte Fassaden erzählen von den reichen Ausgestaltungen nabatäischer Architektur, Nischen in der Wand lassen vermuten, dass einmal hohe, imposante Statuen über die Entschlafenen wachten. Viele der Grabstätten sind ganz leer, andere beherbergen Gräber in senkrechten Wandaussparungen oder auch waagerecht angelegte Schachtgräber.







In den leeren Räumen ziehen sich häufig schwarze Schlieren durch das marmorierte Gestein: Schimmel oder eher Rußspuren von Beduinenfeuern?



Kaleidoskopartig fächern sich die Farben des Sandsteins in immer wieder neuen und überraschenden Zusammenstellungen auf. Dabei überwiegen die Rottöne in allen Schattierungen, von blassrosa bis dunkelbraun, durchzogen von weißen, beigen und grau-schwarzen Schlieren.



Womöglich zeichnet sich doch schon der Herbst Petras ab, wenn die Natur sich vor dem Niedergang noch einmal in ihrer allerschönsten Farbenpracht zeigt? Wie könnte man den natürlichen Zerfall aufhalten? Vielleicht liegt gerade hierin die einzigartige Faszination: die wunderbare, von Menschenhand geschaffene und von den natürlichen Kräften feingeschliffene, fast überirdische Schönheit, die doch über die Jahrtausende dem Untergang geweiht ist.





Tagesausklang
Schon später Nachmittag ist es, als wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz machen. Einen aufregenden Tag haben wir erlebt; die Einzelheiten begegnen uns wieder, nun im Licht der untergehenden Sonne und in umgekehrter Reihenfolge. Wieder bewundern wir das Khazne. Unglaublich, diese einmalige, formvollendete Anmut! Immer noch stehen viele Menschen mit staunenden Blicken davor, und auf dem weiteren Rückweg kommen uns auch noch Scharen von Touristen entgegen.
Der Weg durch die Schlucht führt jetzt leicht bergan, und der letzte Aufstieg kurz vor dem Ausgang des Siq ist für müde Beine sehr gemein. Doch wir verzichten auf die angebotene Pferdewagentour bis zum Visitorcenter. Als wir im Auto sitzen, beglückwünschen wir uns und freuen uns über diesen fantastischen Tag.
Entgegen dem Wunsch, zunächst eine Dusche zu nehmen, bleiben wir an der Hauptstraße, nicht weit vom Eingang nach Petra hängen. Unsere knurrenden Mägen ziehen uns in eine kleine, ruhige Seitenstraße, wo man auf Schildern kulinarische Köstlichkeiten verspricht.
Alex entscheidet sich für ein arabisches Gericht aus Huhngehäckseltem, Kartoffeln, Auberginen und Reis in Form eines umgestürzten Puddings; dazu einen hausgemachten, leicht salzigen Joghurt. Ich entscheide mich für ein Gericht, das mein Magen kennt: Pizza! Zur Abrundung teilen wir uns noch einen Greek Salad. Es fällt immer wieder auf, dass die schwarzen Oliven hier zwar sehr gehaltvoll sind, doch geschmacklich ziemlich mild, da nicht so eingelegt, wie wir es aus Griechenland kennen. Ein kühles Bier zu 6 JOD die Kanne gibt es auch. Offen, ohne Paravent. Wir stoßen an und ziehen uns die wertenden Blicke einiger arabischer Passanten zu.
Das Auto lassen wir nach dem opulenten Mahl stehen und gehen zu Fuß ins Dorf nach oben. Ein Taxi zu nehmen wäre vollkommen unproblematisch gewesen, doch Alex meint, es sei ja nicht so weit!? Leider hat er die Entfernung etwas verpeilt, denn einen sehr langen Kilometer steil bergan sind wir noch unterwegs. Nur einmal verlaufen wir uns etwas, doch dann kommen wir endlich im Hotel an, voller Freude auf eine Dusche.
Die schlechte Nachricht ist, dass die Toilettenspülung immer noch nicht funktioniert. Alex reklamiert und jemand kommt und fummelt tausend Stunden erfolglos am Klo herum. Das Duschen muss warten. Teilnahmslos sitze ich auf der Bettkante und wünsche mich in das tolle Hotel in Madaba zurück. Da funktionierte alles!
Wir beide haben jetzt keine Geduld mehr. Alex fordert ein anderes Zimmer. Zum Glück sind wir immer noch so zeitig an, dass nicht alle Zimmer vergeben sind. Unser neuer Raum im ersten Stock ist um Längen besser, da größer, sogar mit einem Stuhl, und die Kleiderstange ist ohne Kletterpartie erreichbar. Toilettenspülung 1 A. Bloß der Heißwasserknopf am Becken fällt einem bei leisester Berührung in die Hand. Und der Duschvorhang, ein nicht ganz so appetitliches Plastikteil, das lediglich an einer Seite einen Knoten zur Halterung erfahren hat, hängt völlig schief und nutzlos herum. Das ist mir aber egal. Genüsslich setze auch ich das Bad zentimeterhoch unter Wasser und begebe mich anschließend ins Bett, wo wir bei beidem – laufender Klimaanlage UND Fernseher – gemütlich einschlafen.


Petra - Stadtgebiet


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