Letzter Tag auf Naxos


Es beginnt schon früh, wie es am Vortag aufgehört hat, mit drückender, windstiller, schwüler Hitze. Unser letzter Tag auf Naxos soll ein entspannter Badetag werden. Den gekauften Schirm schleppen wir schon seit Tagen mit uns herum, doch heute wird er zum Einsatz kommen.
Von unserer Terrasse aus hört man die Brandung, und wir sind gespannt, wie es am Strand heute aussehen wird. Gestern Abend, bei unserem obligatorischen Spaziergang, konnte man erkennen, wie hoch die Wellen zur Zeit den Strand hinaufkriechen. Große Tümpel, selbst am Rand der Dünen, waren mit Meerwasser vollgelaufen.

Wir teilen das Stückchen Strand in direkter Linie zu unserer Unterkunft, das noch nicht vollständig von Sonnenschirmvermietern in Beschlag genommen wurde, mit einigen anderen Deckenliegern.
Etliche Strandverkäufer sind auch heute unterwegs. Einige haben Taschen dabei, andere Schmuck und irre Hüte. Auch hier, wie auf Santorini, versuchen Asiatinnen, Kunden zu einer Massage zu überreden. Was wir sehen ist freilich wenig professionell, aber was soll’ s? Jeder muss irgendwie über die Runden kommen. Die Massierten jedenfalls verdrehen voller Wonne die Augen.
Im lauwarmen Wasser wird durch den Wellengang ordentlich Sand aufgewühlt, sodass das Wasser trüber erscheint als sonst. Auch Seegras wird angeschwemmt, was uns aber nicht vom Badevergnügen abhält. Wir planschen herum, ich habe mal wieder Wasser in beiden Ohren und bin taub, dafür sehe ich schlecht, da Brille am Strand. Macht aber nix. Weder Gehör noch Sehkraft brauche ich, als ich mich rücklings auf die Wasseroberfläche lege und mich treiben lasse. Einfach herrlich!

Später liegen wir im Sand herum, betrachten die Wellen und schließen Wetten ab, welche es wohl bis zu unserem Platz hinauf schafft. Beide sind wir ein wenig traurig, dass unser weiteres Urlaubsprogramm uns morgen schon in andere Gefilde bringen wird. Doch uns hat es so gut auf Naxos gefallen, dass wir auf jeden Fall wieder kommen werden. Wir spielen sogar mit dem Gedanken, einen ganzen Urlaub hier zu verbringen, warum nicht? In diesen sechs Tagen haben wir es wirklich geschafft, unsere Köpfe frei zu bekommen und uns vollkommen zu entspannen - Inselfeeling, weit weg von allem. Nicht zuletzt die Umstände unserer schönen Unterkunft haben dazu beigetragen. Alles hat für uns super gepasst, ein wirklicher Traumurlaub auf dieser paradiesischen Insel.

Am Mittag beginnen wir damit, unsere Reste zu vertilgen. Einen Salat gibt es mit naxiotischen Tomaten und Gurken, frisch aus dem Garten unserer Vermieterin. Zwiebeln und Feta, gewürzt mit leckerem Olivenöl runden das Ensemble ab. Brot haben wir aus dem Supermarkt frisch erworben. Dazu ein Glas Hauswein von Vlássis, und nach dem üppigen Mittagsmahl fallen wir in die Betten zu einem ausgiebigen Schläfchen.

Noch einmal machen wir uns am Nachmittag auf den Weg, vorbei am Aegean Palace, direkt zum Strand und ins Wasser, lassen es uns gutgehen, möchten alles in Erinnerung mitnehmen, um in der kalten Jahreszeit in Deutschland möglichst lange davon zu zehren.

Am Abend fahren wir noch einmal nach Naxos-Stadt, spazieren ein wenig am Hafen herum und betrachten dicht gedrängt mit vielen anderen Touristen (die vorher an der Pláka waren) den Sonnenuntergang. Eins muss man sagen: die Sonnenuntergänge auf Naxos sind mindestens genauso schön wie auf Santorini. Bloß dass Naxos keine Vulkaninsel ist, dafür aber jede Menge anderer interessanter und bemerkenswerter Ereignisse zu bieten hat. Na ja, Naxos war ja auch vor zwanzig Jahren schon meine absolute Lieblingsinsel, und ist es in diesem Jahr wieder geworden. Ich sehe schwarz für Dhonússa, Irakliá und andere…




Von Naxos nach Athen


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