Über die Dörfer und
Rückkehr nach Athen



An unserem letzten Tag lassen wir uns beim Frühstück besonders viel Zeit und kommen mit der Hotelwirtin ein wenig ins Gespräch. Kürzlich war sie zu Besuch in Stuttgart. Obwohl sie aus einer sehr grünen Ecke Griechenlands kommt, schwärmt sie vom Grün in Deutschland! Wahrscheinlich, weil es eine andere Farbnuance ist, satter und dunkler, während im Olivenland Messeniens das Graugrün der Olivenbaumblätter vorherrschend ist, das uns wiederum fasziniert.
Ganze Hänge, Hügel, Täler, ja Berge in Messenien sind voller Olivenhaine, durchzogen von wenigen, schmalen Asphaltstraßen, mit Dörfchen, in denen die Zeit still zu stehen scheint.
Weinfelder, Orangen- und Zitronenbäume und immer wieder der heilige Ölbaum, Lebensspender, Gesundmacher und Bewahrer in der Krise. Flirrendes Grün im Sonnenlicht, die Zweige tief gebogen unter der üppigen Frucht. Knotige Stämme, die auf ein höheres Alter schließen lassen. Eliés, eliés!!




Auf der Suche nach noch mehr gutem Olivenöl, das wir nach Deutschland mitnehmen können, und um uns von der Gegend zu verabschieden, starten wir mit dem Auto eine kleine Rundreise durch die Dörfer der Umgebung.


Dieses Mal verlassen wir Ghiálova in nordwestlicher Richtung, durchfahren das langgestreckte Dorf entlang der Durchgangsstraße. Er sei kein Dichter (Egó den eímai poiitís), singt Papázoglou. Gedanken an den verstorbenen Sänger, an das rote Halstuch, das er bei seinen Auftritten immer trug. Traurigkeit, weil es keine neuen Lieder und keine Auftritte mehr geben wird, gepaart mit der Melancholie des Abschieds von Messenien.

Außerhalb des Weilers Eleófito (Olivenfeld) steht ein Prachtexemplar eines Feigenbaumes. Am Boden liegen schon jede Menge bereits vergorener und entsprechend herb riechender Früchte, an den Zweigen hängen nur noch wenige reife. Wir können ihnen nicht widerstehen.



Bei Iklena wird die Straße rechts und links von hohen Eukalyptusbäumen gesäumt, die früher vielleicht einmal eine langgezogene Allee war.


Nach Kremmídhia zweigen wir eigentlich nur wegen des Namens ab: Mal schauen, was es mit dem Zwiebeldorf auf sich hat. Auch diese kurze Strecke besticht durch ihre üppige Vegetation, die sich entlang eines Bachlaufes im Tal ausgebreitet hat: Zypressen, Weinreben, Oliven- und Zitronenbäume, ein dichtes, grünes Band. Der riesengroße Walnussbaum am Straßenrand lädt zur Ernte ein, doch in Mannshöhe haben sich schon andere gütlich getan. Unten, hangabwärts, hören wir Bienen summen.
Auf der Talsohle angekommen erahnen wir den Bach, der sich hinter dichtem Laub versteckt und für diese üppige, grüne Pracht sorgt und fahren dann nach oben, nach „Zwiebeln“.
An einer winzigen Platía, in einem urigen Kafenío, legen wir einen Halt ein. Unter dem überdachten Außenbereich können wir von hier das stille Dorfleben beobachten, das im Wesentlichen von einigen älteren Männern geprägt wird, die beisammen sitzen und sich unterhalten, während drinnen im Fernseher eine griechische Komödie gezeigt wird.
Es gibt sie noch, diese Flecken des „alten" Hellas des vergangenen Jahrtausends, doch Griechenland hat sich insgesamt sehr verändert. Für mich als Romantikerin, aus meiner eigenen, ganz subjektiven Sicht, bedeutet es heute, ins Hinterland zu fahren, um nach diesen Orten zu suchen, in denen ich dieses spezielle Gefühl wiederfinde, das Gefühl von Stille, wo man zu sich selbst kommt (was nicht immer leicht ist), wo man den Vögeln lauscht oder den eintönigen Gesprächsmelodien im Kafenío, wo man Blickkontakt aufnimmt mit Einheimischen, ein freundliches Lächeln, Neugier auf das Gegenüber. Ruhige Orte, wo für den Ankömmling die Zeit still zu stehen scheint, wo das eigene Lebenstempo ausgebremst wird, wo kaum etwas passiert und man sich bei einem längeren Aufenthalt dem gemächlicheren Vorwärtsleben anpasst und damit zu neuen Erkenntnissen gelangt, weil man Zeit im Überfluss hat, sich mit (scheinbaren) Nebensächlichkeiten zu beschäftigen. Orte, in denen das Wetter und insbesondere der Wind das Geschehen bestimmen. Oder ist das nur auf Kreta so?
Demgegenüber findet man heute ein häufig lärmendes Griechenland. Es gibt kaum einen Flecken am Meer, der nicht von touristischen Einrichtungen geprägt ist, Freizeitanlagen, Cafés und Bars, aus denen oft Musik in ohrenbetäubender Lautstärke schallt. Nun ja, ich übertreibe. Natürlich ist es nicht überall so. Und gerade in dieser Region Messeniens geht es zu dieser Jahreszeit eher beschaulich zu.
Ich mag die kleinen Dörfer im Hinterland, so wie Kremmídhia, die ganz subjektiv meine Erinnerung nähren, wo ich meine Perspektive nicht nur als Gast, sondern bewusst als Außenstehende wähle, vergleiche, schwärme, mich erinnere, weine, lache, zusammenfüge und innerlich zur Ruhe komme.
Kremmídhia hat keine spektakulären Besonderheiten zu bieten, doch mir hat die Atmosphäre in diesem kleinen Dorfausschnitt, in diesem intensiven Moment eine gefühlsmäßige Tiefe geschenkt, die mich trägt: Zeitlosigkeit und ein Wohlempfinden, das sich verwurzelt.
Und so passen auch die alten Stücke von Daláras und Bithikótsis zu dieser Stimmung, als wir wieder ins Auto steigen, umdrehen und unsere Fahrt in Richtung Chóra, Verwaltungssitz des Gemeindebezirks Néstoras, fortsetzen.


Das landwirtschaftlich geprägte Dorf mit seinen verschiedenen Wasserquellen und Brunnen beheimatet Winzer, Olivenbauern und andere Erzeuger, die landwirtschaftliche Produkte herstellen. Eingebettet ist der Ort in ein archäologisches Gebiet aus antiker Zeit. In einem Museum kann man die Schätze der Ausgrabungen bewundern.
Ein markanter Stein in der Geschichte ist ein verheerendes Erdbeben vom 15. August 1886, bei dem ein Teil des Dorfes buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht wurde.
Schon einmal waren wir in Chóra, vergangenen Sonntag, doch das Dorf war wie ausgestorben. Keine Menschenseele auf den Gassen, nur zwei Hunde, die vorbei schlichen. Auch heute halten wir nicht an, sondern durchfahren den Ort.


Kurz hinter dem Ortsausgang, in Richtung Gargaliáni, wird unser Blick von einem Denkmal am Straßenrand eingefangen, das den Helden des E.L.A.S. gewidmet ist, die unter der Führung von Elias Sfakianákis „Barbaliás“ am 19. Juli 1944 in einem Hinterhalt an der Manoússos-Brücke einem Konvoi deutscher Besatzungstruppen auflauerten und diesen in der Schlacht von Chóra besiegten. Auf einer Steintafel sind die 18 griechischen Gefallenen jener Schlacht, darunter auch ihr Kommandeur, namentlich aufgeführt. Zu Füßen der Tafel liegt ein großer Lorbeerkranz aus jüngerer Zeit mit einer beschrifteten Schleife.


Eine Familie mit ihren beiden kleinen Söhnen hat sich zum Picknick auf der Bank niedergelassen, die im Schatten dieses Mahnmals liegt.

Nach einer kurzen Besichtigung kehren wir wieder um und fahren in Richtung Pírgos. Hinter der nächsten Kreuzung fällt unser Blick auf eine Kapelle auf einem Hügel. Das Auto stellen wir am Straßenrand ab und steigen die wenigen Meter hinauf zu einer Außenstelle der Aghios-Konstantínos-Kirche in Chóra.


Wir sind alleine. Würzig duften die Stämme der Kiefern, durch die wir auf das Meer blicken. Ein schöner Ort, um zu verschnaufen und die Seele baumeln zu lassen.


Auf unserem weiteren Weg erwarten uns immer wieder Olivenfelder. Selbst Ambelófito (Weinfeld), unser nächstes Ziel, in dem wir eher Weinreben erwarten, überrascht uns stattdessen mit Eliés.





Viele großflächige Weinfelder sind aber rund um Pírgos angelegt, an dessen Ortseingang sich die Weinbaugenossenschaft Nestor befindet, die 800 Winzer mit einer Anbaufläche von mehr 2000 Hektar unter ihrem Dach vereint.
Mitten im Ort lädt uns die große, schattige Platía an der Durchgangsstraße zum Verweilen ein. Herrlich, unter den Riesenbäumen zu sitzen!


Nach der längeren Pause soll es weitergehen, nach Gargaliáni. Die Straße führt durch ein Hügelland, das mit Olivenhainen und Weinanbauflächen bedeckt ist.


Eingangs des Ortes von Gargaliáni kommt uns ein längerer Trauermarsch entgegen, sodass wir einfach umkehren und zurück in Richtung Meer fahren.
Der nächste Halt ist Korifásio, ein lebendiger Ort mit vielen Geschäften an der Hauptstraße, die sich an einer größeren Kirche weitet, der Aghios Charálambos, die im Jahr 1790, noch in osmanischer Zeit, erbaut wurde. Auch sie fiel dem Erdbeben von 1886 zum Opfer, wurde aber 1890 und 1896 wieder aufgebaut. Erneut kollabierten die Mauern bei den Erdbeben 1955 und 1956. Erst 1970 wurde sie in ihrer heutigen Form wieder erbaut, mit Spendengeldern aus dem Dorf selbst und anderen Ortschaften des Peloponnes.


Nach dem damaligen Herrscher hieß der Ort in osmanischer Zeit Osman-Aga. 1836 wurde er befreit. Bis 1841 war Korifásio Hauptort der Dörfer der Umgebung, danach wurde der Hauptsitz der Verwaltungseinheit nach Pílos bzw. Chóra verlegt.
Bestimmt werden wir in einem der Geschäfte einheimisches Olivenöl finden. Der Minimarkt in der Nähe der Kirche ist unser erstes Ziel. Während Alex beginnt, Waren auf der Theke aufzuhäufen (Oliven, Käse, Schokolade mit Mandeln, Honig usw.), frage ich mich, wie wir das alles unbeschadet nach Deutschland bringen wollen. Olivenöl gibt es auch zu kaufen, und zwar grünes, das aus unreifen Früchten erzeugt wird und wegen des hohen Gehaltes an Oleuropein sehr gesund sein soll. Oleuropein kommt ansonsten eher in den Blättern des Olivenbaumes vor. Am liebsten würde man dieses Öl gleich literweise mitnehmen, alles für zu Hause. Über eine Feta Schafs- oder Ziegenkäse gegossen, zusammen mit ein wenig Pfeffer, Oregano oder Paprika – ein sinnlicher Genuss erster Güte!
Während Alex also den Handel tätigt, bin ich nach draußen gegangen und habe mich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, neben unser Auto, in den Schatten gestellt. Direkt neben mir wird ein Fenster geöffnet, und eine gut gelaunte Frau schaut heraus, verwickelt mich in ein Gespräch. Ihr Fernseher läuft. Heute ist der Tag, an dem die deutsche Bundeskanzlerin Athen besucht. Mit allen gemischten Gefühlen wird sie erwartet, die wirtschaftliche Krise des Landes ist auf ihrem Höhepunkt.
Die nette Frau informiert mich darüber, dass in der kommenden Woche in Korifásio ein einwöchiges Panighíri beginnt. Nein, kein musikalisches, also ohne Bouzoúki, wie sie meint, sondern ein Markt, an dem jeder alles kaufen und verkaufen kann. Sie freut sich schon riesig darauf.
Bei der Weiterfahrt schauen wir uns die Straßenzüge an. Wie in den anderen Dörfern der Umgebung findet man noch alte Häuser, dem Ruin anheim fallend, doch die meisten bescheidenen Häuser sind renoviert oder neu gebaut, üppig von Grün umgeben. Palmen zieren in der Region häufig die Gärten. Protzbauten sehen wir keine.


Immer wieder begeistern uns die weitflächigen Olivenhaine. Im Prinzip scheint es nicht so zu sein, dass zwischen Dörfern und Straßen Felder angelegt wurden, sondern wir können uns sehr gut vorstellen, dass die gesamte Region eine einzige Olivenanbaufläche ist, mit Feldwegen, die irgendwann asphaltiert wurden; mit Höfen, um die sich immer mehr Häuschen gruppierten, die schließlich zu einem Dorf heranwuchsen; eine Monokultur, die zwischenzeitlich von anderen Bepflanzungen durchbrochen wurde: Wein, der hier so gut gedeiht! Doch vorherrschend sind überall die Ölbäume.





Aus dem Olivenland, in Richtung Meer, gelangen wir schließlich nach Romanós mit seinen kleinen, idyllischen Häusern und begrünten Höfen davor. Das schmale Durchgangssträßchen führt automatisch zum Meer, zu einer kleinen Bucht, wo Fischerbarken festgemacht sind.




In einiger Entfernung erkennen wir eine graubraune Häuseransammlung, eine Hotelanlage, wie wir später erfahren, das Romanós mit 321 Luxusunterkünften und Golfanlage. Sie gehört zum Costa-Navarino-Projekt.



Die Preise bewegen sich zwischen 290 und 2.200 Euro pro Nacht. Es sind die gut betuchten Gäste, die zu den oberen Zehntausend der Welt gehören (oder solche, die sich dafür halten und sich dann später über die Preise beschweren ;-)), die hier absteigen, wie wir Zeitungsartikeln entnehmen.
Bei der Betrachtung der Geschichte des Projektes erfährt man, dass der aus der Gegend stammende, mittlerweile verstorbene, milliardenschwere Reeder Vassílis Konstantakópoulos (Reederei Costamare) sich mit dem Vorhaben ein Denkmal hat setzen wollen. Über viele Jahre hinweg wurde Land um die Bucht von Navarino erworben. Schließlich konnte das Projekt Costa Navarino starten, das einmal mehrere Luxusanlagen (wie das Romanós) mit vier Golfplätzen umfassen soll.
Bemerkenswert sind die Aspekte, unter denen zum Beispiel die Anlage bei Romanós gebaut wurde. Die nachhaltige Bauweise und der umweltschonende Betrieb dienen jetzt als Werbefaktor. Begriffe wie „Bioklimatische Architektur“, „Erhalt der Landschaft“, „Biologische Vielfalt“, „Wassermanagement“ oder „Golf und ökologische Werte“ werden auf der Internetpräsentation Costa Navarino erörtert. Man beteiligt sich sogar im Fall von Bränden an den Löscharbeiten, stellt die Bewässerungstanks zum Befüllen von Löschhelikoptern und Fahrzeugen zur Verfügung.
Auch die Einstellung von 1200 Beschäftigten aus der Region wird dem Projekt nicht geschadet haben, im Gegenteil: Die Kritik (insbesondere wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet um die Ghiálova-Lagune), die es durchaus auch gab, scheint verstummt zu sein. Wer will bei all den positiven Aspekten auch noch meckern? Weitere Informationen von Außenstehenden findet man auch bei argolis.de

Wieder in Ghiálova angekommen neigt sich unser letzter Tag dem Ende zu. Packen ist angesagt. Insbesondere das Öl muss für die Reise im Koffer gut verstaut werden. Am Abend schauen wir vom Balkon aus ein letztes Mal den Vögeln zu, wie sie sich unter lautem Gekreische in ihrem Baum für die Nacht versammeln.


In die Tavernengasse gehen wir heute nicht mehr, sondern bleiben im hoteleigenen Restaurant. Gemütlich lassen wir den Abend dahin gleiten. Ein sehr erholsamer Urlaub neigt sich dem Ende zu.


Zurück nach Athen

Noch bei Dunkelheit verlassen wir das Hotel, versuchen mit den Rollkoffern nicht zu viel Krach zu machen, denn die anderen Gäste schlafen noch.
Um 11.30 Uhr müssen wir das Auto am Athener Flughafen abgeben, jetzt ist es 6.00 Uhr, das werden wir schaffen!
Dieses Mal wählen wir den Weg über Kalamáta, 50 Kilometer, die wir bei nur dünnem Berufsverkehr in einer Stunde bewältigen, ohne zu rasen. An der Auffahrt zum Autobahnteilstück, in Richtung Trípoli, müssen wir ganz dringend in einer Cafeteria einen Kaffee trinken, bevor es weitergeht. Fahrgemeinschaften treffen sich hier, einige lassen ihre Autos stehen, steigen zu Kollegen ins Auto, bei den Spritpreisen im Land nur allzu gut verständlich.
Man könnte auch über die alte Route, die Landstraße fahren, doch wir möchten nicht auf den letzten Drücker am Ziel ankommen. 231 Kilometer sind es ab der Auffahrt bis Athen, ab Kilometer 225 berappen wir die ersten 1,40 € an Mautgebühren für die brandneue Straße. Doch schon bald, bei Méligala („Honigmilch“), müssen wir die Bahn doch wieder verlassen. Sie scheint fertig zu sein, was soll noch fehlen, denken wir bei der Abfahrt und quälen uns über die landschaftlich schöne, aber über sehr viele Windungen führende A7.
Nach ca. 25 Kilometern geht es wieder auf die Autobahn, zum nächsten Tollposten, einer von fünf bis Athen. Insgesamt zahlen wir ab Kalamáta 11,40 €.
Plötzlich tauchen wir in eine Nebelwand. Wir sind froh, mit moderatem Tempo unterwegs gewesen zu sein, und sind jetzt gezwungen, noch wesentlich langsamer zu fahren. Manchmal lichtet sich der Nebel, dann sehen wir kilometerweit abgebrannte Flächen, eine gespenstische Mondlandschaft. Was müssen die Feuer der vergangenen Jahre hier gewütet haben!
Immer weiter begleiten uns die Nebelschwaden. Einmal halten wir an einem einsamen Dixieklo, gegenüber liegt eine Brücke malerisch im Dunst. Weiter geht es, an Trípoli vorbei. Mittlerweile machen sich der Schlafmangel und das konzentrierte Fahren bemerkbar. Viel Zeit haben wir auch nicht mehr, trödeln dürfen wir nicht. Zum Glück ist die Autobahn sehr wenig befahren.
Es ist schon ein besonderes Erlebnis, von einem hell erleuchteten Tunnel bei Artemisio hinein in ein graues Nichts zu fahren! Wir drehen die Musik laut, bleiben konzentriert.
Am Isthmos von Korinth legen wir nochmals eine kleine Kaffee- und Snackpause ein, geben einem bettelnden Hund etwas ab und machen uns gleich wieder auf zum Flughafen, eingedenk unserer Irrfahrt auf dem Hinweg.

Als wir das riesige Areal der Raffinerien am Meer erreichen, fängt es an zu regnen. Passend dazu hören wir Ston Piréa sinnéfiasse kai stin Athína vréchi (In Piräus ist es bewölkt und in Athen regnet es). Stoßweise schießen Flammen aus einem Turm der Industrieanlage. Neben den übergroßen Petroleumbehältern hat eine Werft ihr Gelände. Eine ganze Weile noch gleiten wir über die nasse Straße durch das Industriegebiet am Meer dahin.

Zweimal müssen wir die Autobahn noch wechseln, wobei der Flughafen sehr gut ausgeschildert ist. Bei Nieselregen kommen wir schließlich vor dem Terminaleingang an. Als die Übergabeformalitäten für das Auto erledigt sind und wir eingecheckt haben, sitzen wir völlig übermüdet in der Halle und verzehren die mitgebrachten Früchte, Feigen, die uns intensiv süß an den so schönen Aufenthalt in Messenien erinnern, einem Paradies für Naturliebhaber und Erholung Suchende.

Momentaufnahmen zur Krise


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